Wiesenblumen Pfaffenhofen

Naturpark Pfaffenhofen: Lebensräume leben

Mehrere Kinder, die in eine Sandfläche Pflanzen einsetzen

Bundesprojekt zum Schutz von Insekten und Förderung der Stadtnatur

Ein Mann mit Hut erklärt Kindern eine Schautafel auf der ein Lageplan ist

Pfaffenhofen wurde als eine von 40 Kommunen im Bundeswettbewerb "Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt“ für ihre Projektidee "Naturpark Pfaffenhofen: Lebensräume leben" ausgezeichnet.

Im Rahmen des Projekts wird der Bereich entlang des Gerolsbachs zwischen der Schrobenhausener Straße und der Adolf-Rebl-Straße weiterentwickelt. Ziel ist es, Insekten zu schützen und die biologische Vielfalt zu fördern. Hierzu werden insbesondere zusätzliche Lebensräume für Insekten, wie z. B. Bäume, Hecken, Stauden, Tothölzer, Nisthilfen aus Sand, Mulden und Aufschüttungen, geschaffen.

Im Vorderrund erklärt ein Experte Kindern verschiedene Pflanzen, dahinter eine Sandfläche, auf der Kinder Sand aufschütten

Neben der Förderung der Artenvielfalt stehen Umweltbildung und Naturerfahrung für die kleinen und großen Bürgerinnen und Bürger Pfaffenhofens im Fokus des Projekts. Mit Lehr- und Erlebnispfad, Bürgeraktionen wie z. B. Baumpflanzungen, Schulprojekten sowie Führungen durch die "Gerolsbachpaten" soll das Verständnis für Naturzusammenhänge geweckt werden.

Der Naturpark soll im Sommer 2022 offiziell eröffnet werden. Bei der Planung arbeitet die Stadt mit zahlreichen Kooperationspartnern zusammen. Dazu zählen der Bund Naturschutz, der Landesbund für Vogelschutz, das Aktionsbündnis „Pfaffenhofen summt – Wir tun was für die Bienen!“, die Stadtwerke, die Gerolsbachpaten, sowie Schulen und Kindergärten aus Pfaffenhofen.

Für die Realisierung der Projektidee erhält die Stadt Pfaffenhofen a. d. Ilm ein Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro. Die Projektidee wurde unter insgesamt 322 Wettbewerbsbeiträgen ausgewählt.

Informationen zu den 40 ausgezeichneten Projektideen finden Sie unter www.wettbewerb-naturstadt.de

Projekttag

Das Sandarium - eine Sandfläche mit Pflanzen und abgestorbenen Ästen. Kinder schütten dort Sand auf und pflanzen an.

Im Juli 2021 haben im Rahmen eines Projekttages mit Schulkindern die Arbeiten an einem Sandarium begonnen, in dem Wildbienen und Wespen nisten können. Außerdem wurden Hinweisschilder aufgestellt. Bereits im Frühjahr haben die Gärtner entlang des Weges Streifen mit Blühwiesen und Wildstauden als Bienenweiden angesät und eine Nisthilfe für Wildbienen aufgestellt. Zur Pflanzzeit im Herbst werden weitere Bäume und Hecken gepflanzt.

Lageplan

Satellitenbild mit Lageplan der Stationen des Naturparks

Förderhinweis

Logos Naturstadt und Bundesprogramm

Die Umsetzung des Zukunftsprojekts "Naturpark Pfaffenhofen : Lebensräume leben" der Stadt Pfaffenhofen a. d. Ilm erfolgt im Rahmen des Wettbewerbs "Naturstadt - Kommunen schaffen Vielfalt". Der Wettbewerb wird vom Bündnis "Kommunen für biologische Vielfalt e.V." durchgeführt und im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert.

Logos Bundesumweltministerium, Bundesamt für Naturschutz und Kommunen schaffen Vielfalt

Statements unserer Kooperationspartner zum Projekt Naturpark – Lebensräume leben:

Zahlreiche Erwachsene und Kinder stehen und sitzen hinter einer Sandfläche. Eine Tafel wird hocghgehalten

Die Stadt arbeitet mit zahlreichen Kooperationspartnern zusammen. Dazu zählen der Bund Naturschutz, der Landesbund für Vogelschutz, das Aktionsbündnis „Pfaffenhofen summt – Wir tun was für die Bienen!", die Öko-Modellregion, die Stadtwerke, die Gerolsbachpaten, sowie einige Schulen und Kindergärten aus Pfaffenhofen.

„Die planetaren Belastungsgrenzen bezüglich der biologischen Vielfalt sind bereits erheblich und teilweise sogar unwiederbringbar überschritten. Mit dem Projekt Naturpark kommen wir unserer kommunalen Verpflichtung nach das AGENDA 2030 Nachhaltigkeitsziel 15 umzusetzen, insbesondere Teilziel 15.5.1: „Umgehende und bedeutende Maßnahmen ergreifen, um die Verschlechterung der natürlichen Lebensräume zu verringern, dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende zu setzen und bis 2020 die bedrohten Arten zu schützen und ihr Aussterben zu verhindern.“

Manfred Mensch Mayer, städtischer Referent für Umwelt,- Naturschutz und Biodiversität

„Im Gegensatz zur Honigbiene stehen etwa die Hälfte der ca. 560 Wildbienenarten in Deutschland derzeit auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Die Bestände gehen bei den meisten immer noch zurück. Im neuen Naturpark wollen wir beispielhaft aufzeigen, wie es gelingen kann diesen Trend umzukehren, sowohl durch die Erweiterung des Nahrungsangebotes als auch durch die Bereitstellung vielfältiger Nistmöglichkeiten.“

Nikolaus Buhn vom Aktionsbündnis „Pfaffenhofen an der Ilm summt! – Wir tun was für Bienen!“

„Am Gerolsbach liegt auch ein Biberrevier. Wo der Biber aktiv ist, gibt eseine außergewöhnliche Artenvielfalt an blühender Flora, Insekten, Fischen, Amphibien und Vögeln mit zum Teil geschützten Arten. Die Tätigkeit des Bibers bringt auch die Renaturierung und damit die Verbesserung der Wasserqualität des Gerolsbaches voran.“

Christine Janicher-Buska, Geschäftsführerin und kommissarische Kreisvorsitzende, Bund Naturschutz in Bayern e. V., Kreisgruppe Pfaffenhofen

„Dieses Projekt schafft strukturreichen Lebensraum in der Stadt und leistet einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität/Artenvielfalt, die aus der Vielfalt der natürlichen Lebensräume entsteht. Insekten und Vögel profitieren davon ganz unmittelbar, der Naturpark am Gerolsbach wird so zu einem bunten, vielschichtigen und belebten Naturraum. Mit dem neuen Naturpark wird auch für die Bürger erlebbar, wie kraftvoll und dynamisch die Natur ein solches Angebot annimmt und wie die Artenvielfalt auf der Fläche steigt.“

Statement LBV Kreisgruppe Pfaffenhofen zu Kommunen schaffen Vielfalt- Biodiversität in der Stadt.

„Das im Bundeswettbewerb Naturstadt ausgezeichnete Zukunftsprojekt „Naturpark Pfaffenhofen: Lebensräume leben“ ist ein großer Gewinn für die biologische Vielfalt in Pfaffenhofen. Die Größe der neu gestalteten Flächen sowie die Verbindung mit den angrenzenden Grünflächen entlang des Gerolsbachs ist vorbildlich und zeigt eindrucksvoll, wie viel Kommunen für die Förderung von Stadtnatur und Insekten leisten können.“

Robert Spreter, Geschäftsführer des Bündnisses „Kommunen für biologische Vielfalt e.V.“

Logos der Projektpartner

Grußwort von Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Laudator Robert Spreter, Geschäftsührer Kommunen für biologische Vielfalt e. V.