Pfaffenhofen

Pfaffenhofener Lesebühne

Literaturtage vom 24. bis 27. Oktober 2019

Pfaffenhofener Lesebühne

Das Programm der Paffenhofener Lesebühne 2019 ist so vielfältig und so bunt, wie unser Leben nur sein kann. Es reicht von einer Heimkehr aus dem Exil nach Serbien über eine Kriegsgeschichte zwischen dem Zweiten Weltkrieg und Vietnam, einer berührenden und klugen Liebesgeschichte, bis hin zur Saga vom Leben zweier Freundinnen in Neapel und einem humorvollen Erfahrungsbericht vom Abnehmen. Am langen letzten Oktoberwochenende lädt Pfaffenhofen zu fünf hochkarätigen Lesungen in unterschiedliche Veranstaltugnsräume der Stadt ein.

Jan Weiler: „Kühn hat Hunger“

Jan Weiler © Tibor Bozi

Donnerstag, 24. Oktober, 20 Uhr, Theatersaal im Haus der Begegnung,

Hauptplatz 47

Das Leben geht zwar immer weiter, aber es wird nicht unbedingt leichter. Martin Kühn zum Beispiel hat das Gefühl, schwerer zu sein, als es ihm gut tut. Zutiefst verunsichert plagt er sich damit ab, Gewicht zu verlieren, um interessanter für seine Frau Susanne zu werden. Und auch im Büro sieht Kommissar Kühn sich neuen Herausforderungen ausgesetzt: Die Frage nach der nächsten Beförderung steht an, und der Umgang mit der Kollegin Leininger ist seit ihrer Affäre nicht gerade einfacher geworden. In dieser Situation täte ihm ein Ermittlungserfolg überaus gut. Doch das ist schwierig bei einem Täter, der aus einer überraschenden Richtung kommt und ihm zeigt, wie tief man als Mensch sinken kann.
Mit Empathie, Originalität und unwiderstehlichem Esprit erzählt Jan Weiler von seinem Helden Martin Kühn, dessen empfindlich gestörte Männlichkeit ihm mehr zu schaffen macht, als er zugeben würde.

Jan Weiler, 1967 in Düsseldorf geboren, lebt als Journalist und Schriftsteller in München. Er war viele Jahre Chefredakteur des SZ Magazins. Sein erstes Buch „Maria, ihm schmeckt’s nicht!“ gehört zu den erfolgreichsten Büchern der vergangenen Jahrzehnte. Es folgten unter anderen: „Antonio im Wunderland“ (2005), „Das Pubertier“ (2014), „Kühn hat zu tun“ (2015) und „Im Reich der Pubertiere“ (2016). Jan Weiler verfasst zudem Hörspiele und Hörbücher, die er auch selber spricht. Zuletzt erschienen von ihm bei Piper „Und ewig schläft das Pubertier“ sowie „Kühn hat Ärger“.

Marie-Alice Schultz: „Mikadowälder“ und Marko Dinić: „Die guten Tage“

Marie-Alice Schultz © Rasmus Tanck

Freitag, 25. Oktober, 20 Uhr, Strandbad Café,

Ingolstädter Straße 72

„Mikadowälder“ von Marie-Alice Schultz ist ein emotionaler und kluger Roman über Liebe und Wahlverwandtschaft. Herr Tsarelli war einst Meister im Diskuswerfen. Auch lange nach dem Tod seiner Frau Ruth bleibt er Familienoberhaupt. Sein Enkel Oskar ist klug und ein Eigenbrötler. Oskars Mutter, Herrn Tsarellis Tochter Mona versinkt in Arbeit und hängt der Liebe zu Oskars Vater hinterher. Gleichzeitig schmiedet Herrn Tsarellis Schachpartner einen Plan, wie er seine Ex-Ehefrau, eine Klavierlehrerin zurückerobern kann. Oskar soll dafür deren Klavierschüler abklappern. Daraus entsteht eine herzenswarme Geschichte über die Menschen und deren Beziehungen.

Marko Dinić © Leonhard Pill / Zsolnay

„Die guten Tage“ ist Marko Dinićs Debütroman über die alte Heimat, das Exil und über die Rückkehr. Von seiner Wahlheimat Wien aus rollt der Erzähler in einem Bus durch die ungarische Einöde Belgrad entgegen. Es ist die Stadt, in der er groß geworden ist und aus der er geflohen ist vor den Bomben, dem Krieg und vor Milošević, den er erst geliebt und später gehasst hat. Marko Dinić erzählt in beeindruckenden Bildern zwanzig Jahre nach dem Bombardement von Belgrad von einer traumatisierten Generation, die sich nirgends verstanden fühlt und versucht, die Vergangenheit zu begreifen.

Nicole Staudinger: „Ich nehm schon zu, wenn andere essen“

Nicole Staudinger © Kristina Malis

Samstag, 26. Oktober, 16 Uhr, Hofbergsaal, Hofberg 7

Nicole Staudingers Lesungen genießen den Ruf etwas anders und außergewöhnlich zu sein. Sie ist Unternehmerin, hat zwei Söhne und hat den Brustkrebs besiegt. In ihrem neuen Buch „Ich nehm schon zu, wenn andere essen“ beschreibt die 37-Jährige einen typischen Weg zum Gewichtsverlust. Nach Erfahrungen mit Diäten, Abnehm-Trends, Jojo-Effekt und erfolglosen Abnehmversuchen hat die Schlagfertigkeits-Queen es geschafft. Als sie ihr gesamtes Essverhalten ändert, purzeln die Pfunde. Ihren Weg beschreibt sie mit viel Selbstironie und Witz, so dass auf die Zuhörer ein unterhaltsamer Nachmittag wartet.

Steffen Kopetzky: "Propaganda"

Steffen Kopetzky © Jörg Schulz

Samstag, 26. Oktober, 20 Uhr, Festsaal Rathaus, Hauptplatz 1

In „Propaganda“ entführt uns der Pfaffenhofener Autor und ehrenamtlicher Kulturreferent Steffen Kopetzky in den Zweiten Weltkrieg. John Glueck ist GI bei der Propagandaabteilung der US Army. 1944 kommt er in den Hürtgenwald bei Aachen, wo gerade eine der größten Katastrophen beginnt: Die Allerseelenschlacht mit über 25.000 Toten. Zwanzig Jahre später in Vietnam muss John lernen, dass die Politik zynisch und verlogen ist, wie eh und je. Sein Weg führt ihn daraufhin von der vergessenen Schlacht im „Blutwald“ zu den Pentagon Papers.

Steffen Kopetzky spannt in seinem großen Roman einen Bogen vom Zweiten Weltkrieg nach Vietnam und taucht ein in Krieg und Lüge und beschreibt einen Mann, der falsche Wahrheit und verlogene Propaganda hinter sich lässt.

Laura Maire: „Ferrante lesen. Die neapolitanische Saga“

Laura Maire © Jeanne Degraa

Sonntag, 27. Oktober, 16 Uhr, Theatersaal im Haus der Begegnung, Hauptplatz 47

Wer hinter dem Pseudonym Elena Ferrante steckt, das weiß niemand. Denn es handelt sich um ein Pseudonym, das die Autorin gut zu schützen weiß. Das Nachrichtenmagazin „Time“ zählte sie 2016 zu den einhundert einflussreichsten Personen weltweit. Mit der neapolitanischen Saga hat Ferrante ein Jahrzehnte überspannendes Werk über die Freundschaft zwischen zwei Frauen geschrieben. Es beginnt m Neapel der 50er Jahre, der Kindheit von der forschen Lila und der eher besonnenen Elena. Sie werden erwachsen, Lila bekommt einen Sohn, das Leben trennt sie und schließlich finden die beiden wieder zusammen.

Die Schauspielerin Laura Maire bekam 2012 den Kulturförderpreis ihrer Geburtsstadt Pfaffenhofen. Die 39-Jährige hat sich vor allem als Synchronsprecherin in zahlreichen Filmen und Serien einen Namen gemacht und mehrere Hörspiele und Hörbücher veröffentlicht. Die Lesung von Laura Maire bildet den Abschluss der Lesebühne. Dafür hat das Kunst-Additum des Schyren-Gymnasiums unter der Leitung des Künstlers und Kunstlehrers Matthias Wurm eigens ein Bühnenbild entworfen und umgesetzt.

Karten für alle Veranstaltungen gibt es zu je 10 bzw. ermäßigt 8 Euro ab Montag, dem 9. September im Vorverkauf bei der Buchhandlung Osiander, dem Pfaffenhofener Kurier, bei Elektro Steib und online unter www.okticket.de. An der Tages- bzw. Abendkasse kostet der Eintritt 12 Euro (ermäßigt 10 Euro).

Die Pfaffenhofener Lesebühne 2019 mit freundlicher Unterstützung von:

www.osiander.de

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