Pfaffenhofen

Solidaritätsprojekt „Bodenallianz“

Für nachhaltige Landwirtschaft, gesunde Lebensmittel und Artenvielfalt

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Im Sommer 2017 hat die Stadt Pfaffenhofen a. d. Ilm die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN anerkannt. Während der Schwerpunkt der bisherigen Tätigkeiten vor allem auf den Klimaschutz gelegt war, wird nun das Ziel 15 „Leben an Land“ angepackt. Mit dem Pilotprojekt „Bodenallianz“ sollen Landökosysteme geschützt, wiederhergestellt und deren nachhaltige Nutzung gefördert werden. Der fortsetzenden Bodendegradation und dem Verlust der biologischen Vielfalt soll ein Ende gesetzt werden.

Die Bürgerwerkstatt Bodenallianz im Film

Der Experte

Evolutions- und Biodiversitätsforscher Prof. Dr. Gerhard Haszprunar, der Generaldirektor der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns sprach bei der „Bürgerwerkstatt Bodenallianz" am 21. Oktober 2019.

Vortragspräsentation von Prof. Haszprunar

Bürgerwerkstatt am 21. Oktober 2019

Rund einhundert Besucher waren am 21. Oktober in den Festsaal des Rathauses gekommen. Experten, Landwirte und Vertreter der Stadtverwaltung diskutierten mit Pfaffenhofenerinnen und Pfaffenhofenern darüber, wie auch die Menschen in der Stadt durch ihr Verhalten einen Beitrag zur Bodenallianz leisten können.

Umsetzung in Pfaffenhofen a. d. Ilm

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Um konkrete Fortschritte zu erzielen, hat die Stadt Pfaffenhofen ein Projekt für die Förderung naturnaher und ökologischer Landwirtschaft ins Lebegerufen. Insgesamt rund eine Million Euro stellt sie dafür in den kommenden drei Jahren bereit. Die Initiative „Bodenallianz“ ist als Solidaritätsprojekt für Landwirtschaft sowie Arten- und Klimaschutz konzipiert und hat eine deutliche Verstärkung der nachhaltigen und pestizidfreien Landwirtschaft zum Ziel.

Der städtische Nachhaltigkeitsmanager Dr. Peter Stapel und Projektleiter Joseph Amberger stellten das Projekt im September 2018 dem Stadtrat vor und der beschloss die Durchführung einstimmig.

Entstehung

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Die Auftaktveranstaltung für alle Landwirte fand am 22. Oktober im Festsaal des Rathauses statt und sie war sehr gut besucht. Die Landwirte zeigten großes Interesse am Projekt und brachten viele Ideen ein. Alle Beteiligten waren sich einig, dass die Bodenallianz nur funktionieren kann, wenn die Stadt Pfaffenhofen, die örtlichen Landwirte und auch die Bürger gemeinsame Sache machen. Mehr Informationen zu der Auftaktveranstaltung erhalten Sie hier.

Entstanden ist das Projekt im Zuge der Pfaffenhofener Nachhaltigkeitserklärung, als die Situation der Böden auf landwirtschaftlich genutzten Flächen im Stadtgebiet beleuchtet wurde. Die Firma Amberger wurde mit einer ersten Bestandsaufnahme beauftragt, um darauf aufbauend Handlungsmöglichkeiten abzuleiten. Dabei wurde deutlich, dass die durch den Hopfenanbau geprägte Region um Pfaffenhofen einen relativ geringen Anteil an ökologisch bewirtschafteten Flächen - nur sechs Prozent - aufweist.

Ziele

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Gemeinsam mit den Landwirten soll mit der „Bodenallianz“ in den nächsten Jahren eine Verdreifachung der Öko-Flächen und damit eine nachhaltige Verbesserung erreicht werden. 20 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen sollen dann ökologisch und naturnah (also auch pestizidfrei) bewirtschaftet werden.

Die Stadt Pfaffenhofen wendet sich an alle Landwirte im Stadtgebiet – sowohl im Haupt- als auch im Nebenerwerb –, um gemeinsam mögliche Maßnahmen zu erarbeiten und umzusetzen. „Wir sehen eine große Verantwortung für alle Bürger und zukünftige Generationen, notwendige Lebensgrundlagen zu erhalten“, erklärte Bürgermeister Thomas Herker und appellierte an die Landwirte: „Nur zusammen können wir eine Änderung der aktuellen Situation für eine erfolgreiche ländliche Entwicklung und eine lebenswerte Zukunft gestalten.“

Kooperation mit den Landwirten

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Gemeinsam mit Bürgern und lokalen Landwirten sollen Maßnahmen ergriffen werden, die gesunde, fruchtbare Böden und die biologische Vielfalt erhalten, wiederherstellen und schützen. So soll die Lebensgrundlage für Menschen, Tiere, Pflanzen und die Landwirtschaft nachhaltig gesichert werden. Durch gezielte Förderung sollen kleinstrukturierte, ökologisch orientierte Familienbetriebe ein wirtschaftliches Einkommen erzielen können und zu einer vielfältigen Kulturlandschaft beitragen. Dabei sollen die Landwirte bei der Umstellung auf ökologische Wirtschaftsweise und für die Umsetzung von Landschaftspflegemaßnahmen finanziell unterstützt werden.

Insgesamt geht es um rund 1.000 Hektar „gesunden Boden“, es geht um sauberes Trinkwasser und gesunde Lebensmittel, um Klima-, Erosions- und Artenschutz, um den Erhalt der bäuerlichen Kulturlandschaft und der bäuerlichen Familienbetriebe.

Aktuelles Bodenkurs-Programm

Termin Veranstaltung
Mittwoch, 4. Dezember 2019 ph, Pufferung, Kalkung (1. Gruppe)
Donnerstag, 5. Dezember 2019 ph, Pufferung, Kalkung (2. Gruppe)

Die Steuerungsgruppe der Bodenallianz

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Die Steuerungsgruppe aus zehn haupt- oder nebenberuflichen Landwirten stimmt sich mit der Projektleitung, Dr. Peter Stapel und Joseph Amberger, im Hinblick auf die Aktivitäten und der inhaltlichen Ausrichtung der Bodenallianz ab. Fragen, die im Zusammenhang mit einer Umstellung auf die ökologische Landwirtschaft auftreten werden genauso diskutiert wie Aspekte Vermarktung, Weiterbildung oder Vernetzung zwischen den Landwirten und Organisationen. Mehr Informationen zur Steuerungsgruppe erfahren Sie hier.

Die Teilnehmer der der Steuerungsgruppe sind (von links nach rechts)

Robert Drexler, Linnea Klee (Praktikantin), Joseph Königer, Katja Herzinger, Martin Schöll, Florian Daniel, Christian Fuchs, Susanne Fuchs, Michael Weichselbaumer, Sepp Amberger, Dr. Peter Stapel.

Auf dem Bild fehlen: Anton Huber, Quirin Axthammer, Johannes und Karin Kufer

Auf einen Blick: Die Ziele der Bodenallianz

Gemeinsam mit den Pfaffenhofener Bauern werden verschiedene Maßnahmen umgesetzt, um neue Lebensräume zu schaffen, Ackerflächen ökologisch zu bewirtschaften und die bioregionalen Lebensmittelversorgung zu stärken. Sehen Sie hier im Einzelnen wofür die Bodenallianz steht.

Bodenallianz und Ökomodellregion

Das Pfaffenhofener Land, bestehend aus Pfaffenhofen, Scheyern, Hettenshausen und Ilmmünster, wurde im Frühjahr 2019 als bayerische Öko-Modellregion staatlich anerkannt - und ist gewissermaßen eine Erweiterung der Pfaffenhofener Bodenallianz. Der Ansatz: Landwirte, lokale Lebensmittelproduzenten und Abnehmer wie Handel und Gastronomie zusammenbringen, neue Möglichkeiten der Direktvermarktung schaffen und durch Lernorte bei Verbrauchern Bildung und Bewusstsein für regionale und ökologische Lebensmittel stärken.

Termin Veranstaltung
Montag, 11.11. 2019 Auftaktveranstaltung Öko-Modellregion für alle teilnehmenden Landwirte