Pfaffenhofen

Weihnachtskulturweg

Ab Sonntag, den 29. November, lädt der Weihnachtskulturweg mit verschiedensten Stationen traditioneller Kunst und Lichtkunst im öffentlichen Raum zu einem Open-Air-Kulturerlebnis ein.

1) Spitalkirche Hl. Geist - Hauptplatz 34

Pfaffenhofener Weihnachtskrippe

Es ist ein Kulturerbe, das in Form dieser Wechselkrippe alljährlich wieder aufgebaut wird. Die Anfänge der Krippe reichen bis in die Zeit der Franziskanermönche im 18. Jahrhundert zurück, deren Klosterkirche die Spitalkirche war.

Im Laufe der Zeit wurden viele Figuren und Ausstattungsgegenstände sowie Kulissen ergänzt, sodass die Krippe aktuell einen Bestand von über 280 Figuren und Zubehörteilen aufweist: zahlreiche Menschen, Tiere, Musikinstrumente und verschiedenste Gebrauchsgegenstände. Seit 2018 kümmert sich der Heimat- und Kulturkreis um den Erhalt und die Restaurierung des Krippenbestands. Die bis zu 80 cm großen Figuren werden immer wieder zu neuen Szenen zusammengesetzt, ganz wie es in der Tradition der Stationen- oder Wechselkrippe gepflegt wird.

Von Vorweihnacht über Mariä Verkündigung über Weihnachten, die Anbetung der Heiligen Drei Könige bis hin zur Hochzeit von Kana wird die Krippe von 28. November 2020 bis 20. Februar 2021 tatsächlich elf Mal umgebaut und illustriert dabei wichtige Szenen aus dem Leben Jesu.

  1. Vorweihnacht I 28. November
  2. Maria Verkündigung I 5. Dezember
  3. Herbergssuche I 12. Dezember
  4. Herbergssuche I 19. Dezember
  5. Weihnachten I 24. Dezember
  6. Heilige Drei Könige I 6. Januar
  7. Die Flucht I 16. Januar
  8. Der Kindermord I 23. Januar
  9. Präsentation Jesu im Tempel I 30. Januar
  10. Jesus lehrt im Tempel I 6. Februar
  11. Jesus räumt den Tempel I 13. Februar
  12. Die Hochzeit zu Kana I 20. Februar

2) Stadtpfarrkirche St. Johannes Baptist

Orientalische Weihnachtskrippe

Die recht große Simultankrippe wartet mit zwei unterschiedlichen Szenen auf: „Maria Verkündigung“ in der Stadt Nazareth und die „Geburt Jesu“ in einer Höhle umgeben von Schafweiden. Als sogenannte Höhlenkrippe gehört sie zu den orientalischen Krippen. Die Figuren stammen aus einer Schnitzerwerkstatt in Oberammergau. Seit 1988 gestaltete der damalige Stadtpfarrer Anton Keller mit Hilfe von Peter Daubmeier und Julius Eichengrün die Krippe in liebevoller Kleinstarbeit.

3) Oberer Hauptplatz

Lebensgroße Krippe I Josef Brummer

Das Krippenensemble konzentriert sich auf die drei Hauptfiguren der Weihnachtserzählung: Josef, Maria und das Jesuskind. Alle drei wurden aus einem einzigen Lindenstamm vom Schloss Reichertshausen gefertigt. Josef Brummer ist seit Jahrzehnten leidenschaftlicher Schnitzer. Bereits in den vergangenen Jahren waren seine Arbeiten auf dem Krippenweg und in der Ausstellung im Haus der Begegnung zu sehen. Auch auf seinem Hof und in der Umgebung von Holzhausen findet man immer wieder geschnitzte Holzfiguren in Lebensgröße.

4) Stadt- Apotheke - Hauptplatz 30

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© Lukas Sammetinger

Kasten-Schneekrippe I Ulrike Jais

Diese Kastenkrippe in einer winterlichen Szenerie wurde erst heuer gefertigt. Die Figuren darin sind Familien-Erbstücke, die nun in der handgemachten Krippe ihr Zuhause finden dürfen. Die Pfaffenhofenerin Ulrike Jais hat in der Krippenbauschule in Garmisch- Patenkirchen mehrere Krippenbaukurse absolviert und zeigt Beispiele ihrer Arbeit jedes Jahr wieder beim Krippenweg.

5) Gasthaus Pfaffelbräu - Hauptplatz 43

Weihnachtskrippe aus Familienbesitz

Die traditionelle alpenländische Krippe besteht aus einer hölzernen Krippe und Schieferfiguren. Sie stammt aus Familienbesitz.

6) Buchhandlung Wortreich - Auenstraße 4

Provenzalische Santonskrippe

Santons sind kleine bemalte Tonfigürchen. Neben dem klassischen Krippenpersonal – Heilige Familie und die Heiligen Drei Könige – gibt es viele Figuren aus dem provenzalischen Brauchtum und mit traditionellen Berufen in provenzalischen Trachten. Diese provenzalische Krippentradition stammt aus dem 19. Jahrhundert. Nach der französischen Revolution wurden die lebensgroßen Krippen in der Mitternachtsmesse abgeschafft und die kleinen „Heiligen“ hielten in den Privathaushalten Einzug. Leihgeberin Waltraud Ippi brachte die Tonfigürchen von verschiedenen Provence-Reisen mit.

7) Korb & Papier - Auenstraße 22

Fatschenkind von Adelgunde Weichenrieder

Das Fatschenkind, also die Darstellung des Jesuskindes in geschmückter Form, ist eine Weihnachtstradition, die eng mit der Krippentradition verwandt ist und teilweise in Kirchen gleichzeitig gepflegt wurde, wo die Fatschenkinder Teil der Krippe waren. Das Fatschenkind von Adelgunde Weichenrieder wurde 2020 nach Tradition der Klosterarbeit unter Verwendung einer alten Goldstickarbeit gefertigt. Es besteht aus einem Wachskopf, bestickter Seide, Goldbrokat, Perlmutt-Perlen und Spitze.

8) Foto Kassner - Auenstraße 36

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© Franz Peter
Fatschenkind I Adelgunde Weichenrieder

Afrikanische Recycling-Krippe I Künstlergruppe aus Bamako (Mali)

Die Heilige Familie in ungewöhnlicher Ausführung: Maria, Josef und Jesus, die Heiligen Drei Könige und die Engel sind aus recyceltem Blech gefertigt. Die Figuren stammen aus Ghanas Hauptstadt Accra und dort aus dem Stadtteil Agbogbloshie, wo sich die Müllhalde Bamako befindet (mit dabei: jede Menge Müll aus Deutschland). Die Künstlergruppe ist Teil der dort täglich arbeitenden Menschen – ca. 80.000, darunter Familien mit Kindern. Künstler*innen und Kinder fertigen dort Spielzeug und Kunstwerke aus Alltagsmüll. Es sind zugleich Kunstwerke und Ausdruck der Lebensumstände dieser Menschen. Durch den Verkauf versuchen sie, ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familien zu bestreiten. Leihgeber der Krippe ist Franz Peter, langjähriger Leiter der vhs-Schnitzer.

9) Eine Weltladen - Auenstraße 42

Papierklappkrippe

Klappkrippen, meist aus Papier, waren zuerst für ärmere Familien eine günstige Alternative zu Holzfiguren. Mit der Zeit entstand daraus eine eigene Tradition und Kunstform. Diese als Buch herausgegebene Krippe ist einer alten neapolitanischen Krippe aus dem 18. Jahrhundert nachempfunden – die Krippen zu dieser Zeit wurden in opulenter Form von Theaterausstattern und Bildhauern für die Häuser der Wohlhabenden geschaffen. Die Original-Krippe ist alljährlich beispielsweise im Metropolitan Museum in New York zu sehen.

10) Galerie KUK44 - Auenstraße 44

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© Susann Dietrich
„Sinusoid“ I Susann Dietrich

Licht 2.0 I „Sinusoid“ I Susan Dietrich

Die Künstlerin bespielt die Räumlichkeiten der Galerie KuK44 und verwandelt sie mit Hilfe des Lichts in einen gleichsam überirdischen Ort. Diese Vorgehensweise folgt der Philosophie der Künstlerin, wonach Gegenstände nicht existieren – Gegenstände werden im Geist konstruiert, z. B. im menschlichen Geist, sie existieren aber nicht an sich. Akzeptiert man dies und betrachtet einen im Geiste konstruierten Gegenstand, so kann man ihn phänomenologisch untersuchen, nämlich wie er scheint und nicht wie er ist, schließlich ist er ja gar nicht.

Susann Dietrich (*1984) ist bildende Künstlerin (Meisterschülerin), diplomierte Kommunikationsdesignerin und Forscherin im Bereich der ästhetischen Bildung. Ihr Interessenschwerpunkt gilt der Alchemie des Lichts.

11) Ehem. Raum und Form - Schulstraße 23

Licht 2.0 I „THE HAPPINESS ORGANIZATION“ I Sebastian Klein

Bezug nehmend auf den Film „The Beach“ aus dem Jahr 2000 beschäftigt sich diese raumübergreifende Installation „THE HAPPINESS ORGANIZATION“ mit den Ängsten und Träumen der Gesellschaft. Dabei werden Themen wie Corona, Fake News und Verschwörungstheorien aufgegriffen. Die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwimmen. Book your flight to a magical place!

Sebastian Klein (*1982) studierte Freie Malerei an der Akademie der Bildenden Künste München. Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen, 2020 bei „Vierte“ des Neuen Pfaffenhofener Kunstvereins. 2011 Kulturförderpreis der Stadt Pfaffenhofen, 2016 Diplompreis des Akademievereins München.

12) Fruchtecke - Schulstr. 12

Alpenländische Stallkrippe I Peter Haberstroh

Die traditionelle Stallkrippe ist aus unterschiedlichen Naturmaterialien gefertigt. Peter Haberstroh baut seit mehreren Jahren passioniert Krippenhäuser.

13) Schuh Lukas - Schulstraße 3

Strohkrippe

Die Figuren dieses Ensembles – die Anbetung des Jesuskindes durch die Heiligen Drei Könige – sind komplett aus Stroh gefertigt. Die Darstellung der Szene konzentriert sich allein auf die Figuren. Die Krippe wurde vom Onkel des Geschäftsinhabers vor über 50 Jahren selbst gefertigt und befindet sich seitdem in Familienbesitz.

14) Ilminsel - Insel 1

Licht 2.0 I „Licht am Ende des Tunnels“ I Markus Jordan

In einem Kubus wird mit fluoreszierenden Fäden ein liegender Zylinder geschaffen, der sich durch Rotation einer Grundfläche zu einem Hyperboloid und wieder zurück verformt. Platziert im düsteren Bereich des Ilmufers, kann die Installation ihre magische Wirkung entfalten. Sie besticht auch durch die Wirkung aus der Ferne und beeindruckt durch ihre Dimension, wenn man direkt davor steht. Das Spiel mit der Perspektive lässt die betrachtende Person ein Gefühl dafür bekommen, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

Markus Jordan (*1975) arbeitet seit 1996 künstlerisch mit dem Medium Licht. Seit 2002 selbstständige freischaffende Tätigkeit mit Atelier in Ingolstadt. 2011 begeisterte er die Besucher des Pfaffenhofener Islandfestivals mit seinem „Geysir“. Seit 2015 am Stadttheater Ingolstadt als Requisiteur tätig. Freischaffender Bühnenbildner: u. a. für die Paradiesspiele Pfaffenhofen („Der Brandner Kaspar schaut ins Paradies“) und „Frankenstein“ des Altstadttheaters Ingolstadt. 2019 erhielt er den Kunstförderpreis der Stadt Ingolstadt.

15) Friseur Bauer - Münchner Straße 15

Orientalische Krippe

Zwar ist die Darstellung der Szene der Anbetung durch die Heiligen Drei Könige aufs Wesentliche reduziert, Details im Hintergrund zeigen jedoch typische Bestandteile der orientalischen Szenerie. Tatsächlich stammt die komplett aus Olivenholz gefertigte Krippe auch aus Betlehem.

16) Fahrschule Fleischmann - Moosburger Straße 6

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Künstlerkrippe I Paul Fottner

Künstlerkrippe I Paul Fottner

Der Walnussbaums, aus diese Krippe gefertigt wurde, zierte über viele Jahrzehnte einen schönen bäuerlichen Obstgarten, bevor ihn ein Sturm altersbedingt zu Fall brachte. Dargestellt ist die klassische Anbetungs-Szene: Maria und Josef mit Kind, die Heiligen Drei Könige und ein Engel.

Paul Fottner aus Klenau kam über Umwege zur Schnitzerei. Bei ihm verbindet sich die Liebe zum Material mit der Ausdruckskraft des Schnitzens mit der Kettensäge – das einziges Werkzeug bei seinen Arbeiten.

17) Feinkostbar - Münchener Straße 7

Künstlerkrippe I Nathalie Ponsot

Es ist ein ungewöhnliches Arrangement, das die Wolnzacher Künstlerin Nathalie Ponsot hier präsentiert: ein mehrteiliges Figurenensemble auf unterschiedlichen Ebenen, umrahmt von einer Holzkonstruktion. Die Krippe fällt durch die Mischung aus kunsthandwerklichem Können und künstlerischem Ausdruck auf. Auch bei diesem traditionellen Thema versucht die Künstlerin durch die Darstellung, durch das Material und die verwendeten Symbole etwas Neues zu schaffen. Die Figuren sind aus luftgetrocknetem Ton.

Nathalie Ponsot ist Künstlerin, Malerin und ausgebildete Holzbildhauerin. Sie lebt und arbeitet in Wolnzach. Ihre künstlerischen Interpretationen des Krippenthemas waren schon des Öfteren vor allem bei den Ausstellungen im Haus der Begegnung zu sehen.

18) Schuhhaus Zirngibl - Hauptplatz 7

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Künstlerkrippe I Katalin Bereczki-Kossak

Künstlerkrippe I Katalin Bereczki-Kossak

Die Keramikkrippe greift auf die Kugel- bzw. Nestform zurück, in der die Figuren als Relief modelliert sind. Für die Künstlerin stellt die Kugel eine Urform im Sinne der Gotteshand, in der wir ruhen, dar. Ein Symbol, das für Liebe, Zusammenhalt und Geborgenheit steht.

Die Keramikerin Katalin Bereczki-Kossak ist seit 1990 mit eigenem Atelier in Puttenhausen bei Mainburg selbstständig tätig. Sie konzentriert sich auf die Vielseitigkeit des Materials Keramik – ein Material, das für sie den in Ton gebrannten Moment der mensch­lichen Schöpfung darstellt.

19) Feinkostbar - Hauptplatz 11

Traditionelle Stallkrippe I Martin Bergmann

Eine Krippe, wie man sie sich vorstellt: als handgearbeitete, hölzerne Stallkrippe, die das wichtigste Personal der Weihnachtserzählung versammelt.

Martin Bergmann erstellt seit 35 Jahren leidenschaftlich Krippen. Darüber hinaus ist Martin Bergmann auch Sammler und nennt eine stolze Anzahl von 75 Krippen sein Eigen.

20) St. Johannes Apotheke - Hauptplatz 25

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© Erich Engl
Minikrippe I Siegfried Einödshofer

Minikrippe – Siegfried Einödshofer

Handgeschnitzte, hölzerne Minikrippe mit den Maßen 15 x 15 x 10 cm. Das Mini-Krippenschnitzen war eines der leidenschaftlichen Hobbys von Siegfried Einödshofer (1928–2014) aus Scheyern, dem er vor allem in den letzten Lebensjahren, trotz erheblich nachlassender Sehkraft leidenschaftlich nachging. Die ausgestellte Krippe stammt aus den Jahren 2008–2012.

21) Schuhaus Walter - Frauenstraße 18

Alpenländische Krippe I Ernst Krammer-Keck

Die dunkel gebeizte Krippe lässt sich mit ihrer rustikalen Bauweise von Hütten inspirieren, wie man sie vielfach im Alpengebiet, speziell in Tirol findet. In ihnen können Hirten im eigens angebauten Schafstall ihre Schafe unterstellen bzw. im Haus selber übernachten. Mit ihren groben Holzbohlen, dem offenen Dachgebälk und speziell dem Schindeldach, auf dem jede Schindel einzeln geschnitzt wurde, und den Steinen zur Beschwerung erinnern diese Krippenställe mit ihren Figuren rund um die Heilige Familie an die Schlichtheit der Volksfrömmigkeit vergangener Zeiten.

22) Hungerturm - Frauenstraße 34-36 RG/ Stadtgraben

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Licht 2.0 I „Schuldenturm“ I Victor Cartagena

Victor Cartagena gräbt den wahren Namen des in Pfaffenhofen „Hungerturm“ genannten Denkmals aus – es war eigentlich der „Pfänderturm“, in dem die Stadtjustiz die säumigen Schuldner einsperrte: Heute würde man sie „Privatinsolvente“ nennen. Schulden spielen auch in der Weltwirtschaft des kapitalistischen Systems schon lange eine tragende Rolle. Die Schulden der Entwicklungsländer zeichnen verantwortlich für weltweite Armut und die Flucht der Opfer. Das System des Kapitalismus versklavt auch seine eigenen Bürger*innen durch private Überschuldung. Westliche Staaten wie die USA oder Italien sehen sich einer immer bedrohlicheren Schuldenlast gegenüber. Die daraus resultierenden Folgen verursachen Insolvenzen, Enteignung, staatliche Handlungsunfähigkeit und private, familiäre Tragödien. Cartagenas Arbeit ist ein Mahnmal, das aber auch Hoffnung machen und einen Ausweg zeigen möchte.

Victor D. Cartagena (*1965) begann seine Karriere in den frühen 1980er Jahren, seither ist er auf nationaler wie internationaler Ebene tätig. Er zeigte seine Werke in Galerien und Museen in zahlreichen Staaten der USA, Lateinamerika, Japan und Europa. Seine Arbeiten wurden in viele private sowie museale Kunstsammlungen aufgenommen. In den USA wurde er wiederholt mit hoch dotierten Kunstpreisen ausgezeichnet.

23) Betriebshaus der Arlmühle - Bürgerpark

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„Wasser ist Gold“ I Achim Weinberg

Licht 2.0 I „Wasser ist Gold“ I Achim Weinberg

Weinbergs Arbeit will zeigen, dass Wasser so wertvoll ist wie Gold. Die von ihm im Innenraum des Betriebsgebäude der Arlmühle platzierten Leuchtkästen ergeben in dieser Anordnung (3 x quer aufeinandergestellt) eine Größe von 80 x 195 cm. Sie sind Schmuckschatullen, Brutkästen, archäologische Vitrinen und zugleich einfach wunderschön.

Achim Weinberg (*1969) begegnete durch die Tätigkeit seines Vaters Ulli Weinberg schon früh Kunst, Grafik, Technik und Fotografie. 1986 Mitarbeit am künstlerischen Projekt Ulli Weinberg, Impuls 86, Ausbildung in den Bereichen Grafik, Fotografie, Konstruktion und Modellbau im väterlichen Betrieb. Danach Studium bei Christine Colditz, Klasse Freie Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg (Meisterschüler). 2006 Lehrauftrag für Fotografie und dreidimensionales Gestalten an der Universität Erlangen-Nürnberg.

24) Betten Leitenberger - Frauenstraße 5

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© Lukas Sammetinger
Künstlerkrippe I Reiner Schlamp

Künstlerkrippe I Reiner Schlamp

Auf den ersten Blick ist es eine durchaus nicht außergewöhnlich anmutende Krippe: Es handelt sich um eine Ruinenkrippe im italienischen Stil – eine Gestaltungsart, die häufiger zu finden ist. Reiner Schlamp füllt dieses Szenario mit vielen einzelnen Figuren und mit in der Dekoration versteckten Symbolen und lädt dabei die Szene symbolisch auf: Es entstehen auf Basis der weihnachtlichen Erzählung neue Beziehungsgeflechte zwischen den Figuren, die der klassischen Erzählung einige weitere Deutungen hinzufügt oder sie durch neue Details verstärkt. Die Krippe lädt auf jeden Fall zu einem zweiten, detaillierteren Blick ein.

Nicht nur als ehemaliger Kunstlehrer, leidenschaftlicher Puppenspielbauer und prägende Figur in der Kunstszene Pfaffenhofens ist Reiner Schlamp bekannt. Immer schon beteiligte er sich in der Vorweihnachtszeit an den Krippenprojekten mit eigenen Arbeiten unterschiedlichster Art.

25) Bayrische Taferl - Riederweg 12

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Wurzelkrippe I Josef Brummer

Wurzelkrippe I Josef Brummer

Ein handgeschnitzes, großes Ensemble aus Heiliger Familie und Hirten mit ihren Tieren, liebevoll um einen Wurzelstock arrangiert und mit allerlei Naturmaterialien dekoriert.

Josef Brummer ist seit Jahrzehnten leidenschaftlicher Schnitzer. Bereits in den vergangenen Jahren waren seine Arbeiten auf dem Krippenweg und in der Ausstellung im Haus der Begegnung zu sehen. Auch auf seinem Hof und in der Umgebung von Holzhausen findet man immer wieder geschnitzte Holzfiguren in Lebensgröße.

26) Friedhofskirche St. Andreas - Altenstadt 2

Bretagnische Tonkrippe

Diese aus Ton gefertigte Krippe stammt aus der Bretagne. Die Frauen sind mit traditionellen Hauben, Fischen in den Händen, unterm Regenschirm in ihrer Tracht auf dem Weg zum Jesuskind. Sie wurde 2010 von Pfarrer Miorin erworben.

27) Sanitätshaus Rattenhuber - Ingolstädter Straße 12

Alpenländische Krippe I Ernst Krammer-Keck

Wohnhaus, Stall und Tenne unter einem Dach. Der erweiterte Krippenstall mit seinen Figuren rund um die Heilige Familie, erinnert an schlichte Bauernhöfe, wie man sie im Alpenraum, besonders in Tirol findet. Ernst Krammer-Keck, der während seines Berufslebens bayerische Bücher verlegte, hat sich in seinem Ruhestand auf das Fertigen solcher Krippen konzentriert, hier mit einem echten Glasfenster und Schindeln auf dem Dach.

28) Die Binderei - Ingolstädter Straße 8

Künstlerkrippe I Sabine Ackstaller und Moritz Schweikl

Die Kuppelkrippe: In dieser kuppelartig aufgebauten Figurengruppe scheint sich etwas zuzutragen, was alle Umstehenden in seinen Bann zieht. Genau wie die einzelnen Figuren, verspürt der Betrachter das Verlangen, das unter dieser Kuppel Ver- und Geborgene zu erkunden. Ein einzigartiger, neuer Blick auf das Weihnachtsgeschehen: Die Neu-Interpretation nimmt mit ihrer herzlichen Liebenswürdigkeit den Betrachter ein. Der Humor zeigt sich in vielen kleinen Details, die beim Umrunden der Krippe zu entdecken sind. Die künstlerische Arbeit von Sabine Ackstaller und Moritz Schweikl ist puristisch und sehr klar – mit einer Vorliebe für kräftige Farben und einfache Formen. Beide sind Absolventen der Schnitzschule Berchtesgaden wie auch der Akademie der Bildenden Künste München.

29) Immobilien Fischer - Ingolstädter Straße 8

Alpenländische Krippe I Isabell Rosenfelder

Die Krippe stellt einen alpenländischen Bauernhof dar. Die Heilige Familie nimmt zwar eine zentrale Stellung ein, darüber hinaus wird aber auch das bäuerliche Leben mit einer Vielzahl an Tieren dargestellt (wer findet die zwei Mäuse und das Wiesel?).

Die Figuren sind aus Lindenholz, handbemalt und stammen aus dem Grödner Tal (Südtirol). Die Krippe wurde selbst gebaut und ist 22 Jahre alt.

30) Bögl Hörakustik - Löwenstraße 15

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Künstlerkrippe I Paul Fottner

Künstlerkrippe I Paul Fottner

Das Holz dieses Walnussbaums zierte über viele Jahrzehnte einen schönen bäuerlichen Obstgarten, bevor ihn ein Sturm altersbedingt zu Fall brachte. Aus einem Stammteil des Baumes wurde diese Krippe gefertigt. Dargestellt ist die klassische Szene: Maria und Josef mit Kind, die Heiligen drei Könige und ein Engel.

Paul Fottner aus Klenau kam über Umwege zur Schnitzerei. Bei ihm verbindet sich die Liebe zum Material mit der Ausdruckskraft des Schnitzens mit der Kettensäge – die einziges Werkzeug bei seinen Arbeiten ist.

31) Rentamt - Ingolstädter Straße 4

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Vier Krippen I Hans Langkopf und Martin Bergmann

An sich hätte der Dezember mit einem Jubiläum gelockt: 30 Jahre Schnitzkunst der vhs Schnitzer im Haus der Begegnung. Leider musste die Ausstellung nun zumindest verschoben werden. Einen kleinen Teil dieser Ausstellung können Interessierte nun in den Schaufenstern des Rentamts direkt am Brotbankerl sehen: Die beiden langjährigen Schnitzlehrer Hans Langkopf und Martin Bergmann zeigen dort jeweils zwei schöne Arbeiten, die alles enthalten, was man an weihnachtlicher Krippenschnitzkunst bieten kann. Hans Langkopf zeigt dabei die erste und die letzte von ihm geschnitzte Krippe. Martin Bergmann zeigt ein traditionelles Arrangement – die heilige Familie in der heimatlichen Stallkrippe wie auch eine aus einem einzigen Holzstück gearbeitete und anschließend bemalte Krippe. Bei beiden ist natürlich jedes Detail mit Hingabe handgefertigt.

32) Ehem. Bäckerei Rumetshofer - Hohenwarter Straße 37

Licht 2.0 I „Dirt as a Pet” I Veronika Veit

Eine Filminstallation in den Schaufenstern der ehemaligen Bäckerei: Der Film diskutiert die vertragliche Vereinbarung eines Paares, die von der Frau in Frage gestellt wird. Im Laufe des Filmes wird nicht nur die Vereinbarung zur möglichen Wahrheit sondern auch die Welt in der sich das Paar bewegt und schließlich auch die Rollen der beiden als Mann bzw. Frau. Alles ist nur ein mögliches Modell, sogar der Schmutz bekommt durch einen Perspektivwechsel eine neue Rolle. Veronika Veit (*1968) studierte an der Akademie der Bildenden Künste München (Diplom 1995). Sie ist weltweit tätig. Sie stellte unter anderem im Münchener Haus der Kunst, der Kunsthalle Hamburg und im Museum of Contemporary Art of Rio Grande do Sul (Brasilien) aus. Für ihre Arbeit erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt das Stipendium der Prinzregent-Luitpold-Stiftung, München.

33) Ars Videndi Kunsthandel - Hohenwarter Straße 71

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„Exodus“ („Schuldenturm“, 2.Teil) I Viktor Cartegena

Licht 2.0 I „Exodus“ („Schuldenturm“, 2.Teil) I Viktor Cartegena

Im zweiten Teil seiner Installation, greift Cartagena die Motive des „Schuldenturms“ wieder auf. In einer gigantischen Projektion auf ein zentrales Gebäude an der Hohenwarter Straße schafft er dabei aber zugleich eine neue urbane Situation. So setzt er ein Zeichen für die Veränderbarkeit der Gesellschaft und einen immer möglichen Neuanfang. Inmitten einer sich zuspitzenden Krise schafft er damit ein Zeichen des Auswegs und der Hoffnung.