Pfaffenhofen

Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2020

Stadt Pfaffenhofen für Nachhaltigkeitspreis 2020 nominiert

Siegel Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2020

Als „nachhaltigste Kleinstadt“ wurde die Stadt Pfaffenhofen im Jahr 2013 mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. Jetzt hat sie gute Chancen, den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2020 zu erhalten, und zwar diesmal in der Kategorie der Städte mittlerer Größe (25.000 bis 100.000 Einwohner). Zusammen mit den Städten Aschaffenburg und St. Ingbert ist Pfaffenhofen a. d. Ilm für den Preis nominiert. Die Entscheidung wird Ende Juli von einer unabhängigen Expertenjury getroffen. Darüber hinaus ist Pfaffenhofen als eine von fünf Kommunen auch für den Sonderpreis Digitalisierung nominiert.

Die Verantwortlichen im Pfaffenhofener Rathaus freuen sich sehr über die Nominierung, die ja eine objektive Bewertung und Bestätigung der Leistungen von Pfaffenhofen ist. „Die Nominierung beweist, dass Pfaffenhofen mit seinen Bemühungen um Klimaschutz und Nachhaltigkeit auf dem richtigen Weg ist“, erklärte Bürgermeister Thomas Herker.

Überzeugen konnte Pfaffenhofen zum einen mit seinen Bemühungen um Interkulturalität und Integration sowie die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 auf kommunaler Ebene. Zum anderen waren die „Bodenallianz“ und die Öko-Modellregion „Pfaffenhofener Land“ wichtige Argumente.

So heißt es in der Begründung des Büros Deutscher Nachhaltigkeitspreis: Mit dem landwirtschaftlichen Solidaritätsprojekt ,Bodenallianz‘ sowie Arten- und Klimaschutz wird das Nachhaltigkeitsziel 15 ,Leben an Land‘ in den Fokus gerückt und eine nachhaltige und pestizidfreie Landwirtschaft gefördert. Ziel ist eine Verdreifachung der ökologisch und naturnah bewirtschafteten landwirtschaftlichen Flächen. Pfaffenhofen a. d. Ilm setzt nicht nur auf nachhaltige Aktionen innerhalb der Stadtgrenzen, sondern auch auf Mehrwerte durch Kooperationen: Gemeinsam mit den Nachbargemeinden Scheyern, Hettenshausen und llmmünster hat sich die Stadt im April 2019 zur Öko-Modellregion ,Pfaffenhofener Land‘ zusammengeschlossen.“

Dass Pfaffenhofen sich überhaupt wieder für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis beworben hat, war übrigens gar nicht von der Stadt ausgegangen. Vielmehr hatte das Büro Deutscher Nachhaltigkeitspreis in Düsseldorf die Stadtverwaltung dazu eingeladen. Und die Pfaffenhofener Bewerbung, die zum Großteil aus der Beantwortung eines sehr wissenschaftlich aufgesetzten Fragebogens bestand, war erfolgreich.

Ob Pfaffenhofen auch die Expertenjury überzeugen kann, die letztlich den Gewinner des Deutschen Nachhaltigkeitspreises kürt, wird sich bald zeigen: Nach der Auswertung der Fragebögen werden die nominierten Kommunen nun besucht. Vor Ort führen Experten des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu), des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie und des kommunalen Umweltschutzverbandes ICLEI vertiefende Interviews. Ende Juli entscheidet die Jury unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Günther Bachmann, Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung, über die Sieger. Die nominierten Akteure für den Sonderpreis Digitalisierung werden separat für ihre Leistungen beurteilt und ausgezeichnet.

Zum 8. Mal prämiert der Deutsche Nachhaltigkeitspreis jetzt Städte und Gemeinden, die im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten erfolgreich eine nachhaltige Stadtentwicklung betreiben und in wichtigen Themen erfolgreiche Nachhaltigkeitsprojekte realisieren. In drei Kategorien wurden jetzt jeweils drei Vorreiter zukunftsfähigen Verwaltungshandelns nominiert: Erlangen, Osnabrück und Stuttgart konnten sich unter den Großstädten durchsetzen. Bei den Kommunen mittlerer Größe ziehen Aschaffenburg, Pfaffenhofen a. d. Ilm und St. Ingbert ins Finale ein. Unter den Kleinstädten und Gemeinden haben Bad Berleburg, Dornstadt und Wildpoldsried die Nase vorn. Zusätzlich qualifizieren sich Bad Berleburg, Heilbronn, Pfaffenhofen, Ulm und Waiblingen für den Sonderpreis Digitalisierung.

„Das diesjährige Spitzenfeld zeigt echte Vorbilder unter den Kommunen. Nachhaltige Entwicklung prägt dort in besonderer Weise den kommunalen Alltag“, sagte Stefan Schulze-Hausmann, Initiator des Deutschen Nachhaltigkeitspreises. „Sie setzen auf breite Bürgerbeteiligung, adressieren konsequent Themen wie Klimaschutz und Bildungsgerechtigkeit. Und sie übernehmen globale Verantwortung.“

Fand die Preisverleihung im Jahr 2013 noch in einer zentralen Veranstaltung in Düsseldorf statt, werden die Auszeichnungen nun direkt vor Ort in der jeweiligen Kommune verliehen, um so möglichst viele Beteiligte und Interessierte einzubinden. Im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitstages am 21. und 22. November 2019 in Düsseldorf stellen die erfolgreichsten Kommunen dann ihr Nachhaltigkeitsengagement vor. Die Sieger erhalten von der Allianz Umweltstiftung jeweils 30.000 Euro für Projekte zur nachhaltigen Stadtentwicklung.