Begeisterte Resonanz bei Vernissage von Simonyi und Wurm
04. Februar 2026
Mit einer Vielzahl an Besucherinnen und Besuchern wurde die Ausstellung von Emö Simonyi und Matthias Wurm in der Städtischen Galerie am vergangenen Freitag eröffnet. Gut 100 kunstinteressierte Gäste folgten der Einladung. Mit feinfühligen Folksongs schuf das Ensemble ton.tam.tam eine entspannte Stimmung und damit den idealen Rahmen für die Begegnung mit den Werken.
In seiner Begrüßung zeigte sich Haiplik sehr angetan von der Ausstellung. Er bezeichnete sie als eine der besten, die bislang in der Galerie zu sehen waren – eine Wortwahl, zu der er, wie er selbst betonte, nur selten greife, aber ihm bliebe einfach nur zu sagen: „Wow“. Das Zusammenspiel der beiden Kunstschaffenden, die intensive Farbigkeit sowie die gesellschafts- und zeitkritische Thematik hinterließen bei ihm einen nachhaltigen Eindruck. Haiplik richtete seinen herzlichen Dank an Wurm und Simonyi für diese beeindruckende Ausstellung.
Karin Probst führte in ihrer Laudatio in die Vitae der beiden Künstler ein und zeigte auf, wie sich bei aller Unterschiedlichkeit zahlreiche Gemeinsamkeiten in ihrem künstlerischen Ansatz finden lassen.
Simonyi kommt aus einer langen bildnerischen Tradition. Mit klassischer Ausbildung, großem technischen Wissen und der tiefen Verankerung in der Kunstgeschichte schafft die Malerin beeindruckende kraftstrotzende und farbintensive Bilder. Sie verfügt über exzellente kompositorische Qualität und eine große Fähigkeit zur figürlichen Verdichtung. Dadurch wird man unwiderruflich in den Bann der Bilder gezogen. Ihre größte Inspirationsquelle ist die Natur: Zu sehen sind neben menschlichen Figurengruppen auch viele Tier-Darstellungen – überall werden Gefühle sichtbar ganz im Geiste Franz Marcs. Im Studium an der Bukarester Kunstakademie erwarb Simonyi Kenntnisse im Zeichnen und Malen, Gebrauchs- und Plakatkunst, in darstellender Geometrie, Anatomie, Kunstgeschichte und im Unterrichten all dieser Fächer. Ihre Karriere begann sie als Grafikdesignerin, später unterrichtete sie lange an der Münchner Kunstakademie, wo sie auch Matthias Wurm kennenlernte.
Wer als Bildhauer neben Simonyi bestehen will, muss Werke schaffen können, die eine deutlich spürbare Präsenz im Raum entfalten können und eine eigenständige, kraftvolle Körperlichkeit haben. Matthias Wurm hat dies Herausforderung bravourös gemeistert. Auch er nutzt konsequent die Kraft der Farbe und die dynamisch-bewegte Form, jetzt im Dreidimensionalen. Er hat eine Gruppe von brandneuen, größtenteils abstrakten Arbeiten mit wunderlichen, schönen Namen geschaffen, die diesen Ausstellungsraum sichtlich beherrschen.
Hervorzuheben ist seine intensive Verwendung der Keramik, ein lange nicht der Kunst zugeordneten Technik. Erst der 2012 verstorbene Norbert Prangenberg, documenta-7-Teilnehmer und Professur für Keramik und Glasmalerei an der Münchner Kunstakademie, bei dem Matthias Wurm studiert hat, machte die Keramik zur Kunst. Auch Wurm setzt sich in seinem Kunstschaffen ohne Scheu und mit einer großen Verspieltheit mit dem Material Ton auseinander.
Emö Simonyi und Matthias Wurm arbeiten aus unterschiedlichen Medien heraus, teilen jedoch ein gemeinsames Interesse an Verdichtung: von Form, von Raum, von Energie, das Karin Probst als das barocke Element bezeichnet. Das „Knistern“ des Ausstellungstitels verweist auf die Aktualität, einer instabil erlebten Welt. Das Mensch Sein, das Tier Sein, Menschliche Konflikte, Technik, Roboter, Schöpfung und Kreativität sind die inhaltlichen Themen dieser Ausstellung.
Die Ausstellung kann noch bis 1. März während der Öffnungszeiten der Städtischen Galerie besichtigt werden. Simonyi und Wurm sind am Samstag, 28. Februar und Sonntag, 1. März jeweils von 11 bis 17 Uhr anwesend.
Weitere Informationen zur Ausstellung und das gesamte Programm der Städtischen Galerie gibt es unter pfaffenhofen.de/staedtische-galerie.
Bitte klicken Sie hier, um den vollständigen Beitrag bei PAFundDU zu öffnen.