Pfaffenhofen

Brot! Back! Kunst!

Brot! Back! Kunst! © © Andrea Kellerer

Andrea Kellerer aus Baar-Ebenhausen arbeitet als Angestellte. „Das Büro“, wie sie es nennt, ist ihr Brot-Job. Jener Job also, mit dem sie im Wortsinn „ihr täglich Brot“ verdient.

Daneben hat sie ein Hobby: Backen. Präziser: Brot-Backen.

„Ja, ich backe ebenso regelmäßig wie leidenschaftlich“, sagt sie. Für mich, für meine Familie. Meist zwei, manchmal drei Brote auf einmal, je nachdem, wie's mengenmäßig eben ausgeht.“ Falls mal eins übrigbleibt, darf sich ein Freund oder eine Kollegin drüber freuen. Sie grinst: „Oder die Schwiegermutter.“  Übrig geblieben sei jedenfalls bisher noch keins.

Ende vergangenen Jahres las sie einen Bericht über die Tierherberge Pfaffenhofen. Er handelte davon, dass die Einnahmen des Vereins aufgrund von Corona dramatisch zurückgegangen waren. Spenden waren ausgeblieben, Veranstaltungen mussten abgesagt werden, vierbeinige Urlaubsgäste blieben weg, weil ihre Besitzer daheim in Balkonien urlaubten. An den hohen, laufenden Kosten zum Betrieb der Tierherberge, Ausgaben für den laufenden Unterhalt der Einrichtung, Tierarzt-Kosten und dergleichen änderte sich freilich – nichts!

Zwei Monate Back-Zeit

Dann hatte sie die Idee, dass sie jeweils ein oder zwei Brote mehr als üblich backen könnte und diese gegen eine freiwillige Spende ans Tierheim abgeben. Höhe der Spende: freiwillig, je nachdem, wieviel der Betreffende für den guten Zweck geben wollte . Sie nannte es „Geschenkspende“.

Außergewöhnlich war nicht nur die rösche Kruste, der sich tagelang breit machende Geruch und ein rar gewordener Geschmack der Brote, sondern auch das Aussehen der Laibe: Mit einer Art Skalpell „zeichnete“ sie händisch unterschiedliche Motive in den noch rohen Teig. Motive, die sich beim Backen in eine krosse Kruste verwandelten. Bei Teigsorten, die sich mit Skalpell nicht (oder allenfalls ungern) bearbeiten lassen, verwendet sie Schablonen. Auch diese von ihr handgemacht, Ehrensache.

Nachdem Andrea das Backen nur als Hobby betreibt („erstens habe ich einen festen Job und zweitens nur einen ganz normal großen Haushaltsofen“), brauchte die gute Sache – wie gutes Brot auch – seine Zeit. Gut zwei Monate „Back-Zeit“, von Anfang Dezember bis Anfang Februar, dauerte es, dann ging es der Spendenbüchse an den Kragen: Mehr als 550 Euro hat Andrea in diesen zwei Monaten für die Viecherl des Tierheims „erbacken“.

Man ist sich einige an der Tierherberge, das sei „vermutlich eine der ungewöhnlichsten Spenden-Ideen, die wir je erhalten haben“. Doch nicht nur originell war diese Idee. Nach einigem Probeknuspern der Mitarbeiter steht fest: „Und soooo g'schmackig!“

Paul Ehrenreich

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