Der Kasperl folgt auf Kabarett und Kinderkonzert
10. März 2026
© © Stadtverwaltung Pfaffenhofen a. d. Ilm, Stefanie Pohl
Die Pfaffenhofener Winterbühne geht diese Woche weiter: Am Sonntag, 15. März bringt Doctor Döblingers geschmackvolles Kasperltheater das Programm „Kasperl und das Gschpenscht“ gleich zweimal auf die Bühne des Festsaals im Rathaus. Nachdem der Kasperl dummerweise seinen geliebten Fußball über die Schlossmauer mitten in das Reich von König Thorsten gebolzt hat, schleicht er sich nun ins Schloss, um den Ball zurückzuholen. Dort sind gerade der König, die Prinzessin Heike und auch der ängstliche Hausmeister Seppl in heller Aufregung: Aus dem königlichen Brunnen dringen unheimliche Gesänge, wahrscheinlich von einem Brunnengespenst. Der König schickt daher den Zauberer Wurst ins Brunnengewölbe, um den Geist zu vertreiben. Weil Seppl eine Heldentat vollbringen will und der Kasperl seinen Ball sucht, steigen die beiden ebenfalls hinab und kommen bald diversen komischen Geistern auf die Spur. Beginn ist 14 und 16 Uhr. Einlass beginnt um 13.15 und 15.15 Uhr.
Kinderkonzert sorgt für strahlende Gesichter
Rund 50 große und kleine Kinder erlebten beim Kinderkonzert mit dem Ensemble Opera Paradiso und den Clowns Firli und Fanz das ebenso herzerwärmende wie lustige Programm „Firlefanz mit Eleganz“. Einige „große Kinder“ waren sogar eigens ohne Begleitung zum Konzert gekommen – ein schönes Zeichen für den besonderen Charme dieses Formats.
Auf der Bühne musizierten fünf Mitglieder des Bayerischen Staatsorchesters mit Violinen, Bratsche, Klarinette und Kontrabass – gelegentlich ergänzt durch Mini-Geige, Blockflöte oder Mundharmonika. Vor der Bühne, unmittelbar vor den extra aufgestellten Kinderbänken, sorgten die beiden Clowns Firli und Fanz von Clowns ohne Grenzen e. V. mit viel Schabernack und lustigen Zaubertricks für große Begeisterung.
Von der ersten Minute an erfüllte fröhliches Kinderlachen den Saal. Wenn es einmal zu wild wurde, griffen die Musiker augenzwinkernd ein – schließlich machten sie hier „Kunst“! Firli ermahnte dann Kompagnon Fanz und die Kinder: „Psssst, Fanz, die machen Kunst! Kon-zen-tra-tioooon!“
Zu hören waren Melodien aus Filmklassikern von Nino Rota, Charlie Chaplin und Ennio Morricone, aber auch ein „In Pfaffenhofen steht ein Hofbräuhaus“. Zum Abschluss sangen und musizierten alle gemeinsam „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ aus dem Dschungelbuch.
Großer Applaus und Zugabe-Rufe durften natürlich nicht fehlen. Anschließend verabschiedeten sich Firli und Fanz persönlich mit Seifenblasen und Händeschütteln von ihrem Publikum. Die schönste Kritik kam von einem kleinen Besucher beim Hinausgehen: „Schade, ich hatte gehofft, das ist jetzt nur die Pause und nicht das Ende!“
Ein grotesker Lebenscoach sorgt für Chaos
Nahezu ausverkauft war die Kultur-Aula beim Auftritt des Kabarettisten Sigi Zimmerschied im Rahmen der Pfaffenhofener Winterbühne. Mit seinem Programm „Kein Thema. Eine deutsche Antwort“ präsentierte der niederbayerische Künstler einen Abend, der sich auf satirische und zugleich bewusst groteske Weise mit unterschiedlichsten politischen und gesellschaftlichen Themen auseinandersetzte.
Dabei schlüpfte Zimmerschied in die Rolle von Heini Himmerl, einem selbsternannten und denkbar unqualifizierten Lebenscoach mit einer besonderen Gabe zur Manipulation und Überzeugung. Zu dieser ungewöhnlichen Berufung gelangt Himmerl bei einem Arztbesuch: Dort erklärt ihm der Arzt, dass seine diagnostizierte Amnesie kein Problem, sondern vielmehr ein Geschenk sei. Ohne belastende Erinnerungen stehe ihm nun jede Möglichkeit offen – etwa eine Karriere als „Work-Life-Balance-Coach and No Problem Word Influencer“.
Von da an folgt Himmerl einem einfachen Prinzip, das er selbst zu seinem Motto erhebt: „Behaupten statt Wissen“. Als Coach betreut er zahlreiche Klienten – darunter auch viele Politiker, die er telefonisch berät. Immer wieder werden seine Gespräche von Anrufen seiner Mutter unterbrochen.
Während sich die Bühnenfigur selbst ständig Tabletten einwirft, um die nötige Ruhe zu bewahren, erteilt sie ihren Klienten zunehmend absurde Ratschläge. So empfiehlt Himmerl unter anderem, die Sprache ganz abzuschaffen oder über den Menschen zu schweben mithilfe eines Stricks. Die leichtgläubigen Kunden folgen seinen vermeintlichen Lebensweisheiten und geraten dabei immer tiefer ins Chaos. Immer wieder predigt der Coach dabei sein Mantra: „Ich bin schön, ich bin stark, ich bin der Nabel der Welt.“
Im Laufe des Abends gewährt die Figur auch Einblicke in ihre Vergangenheit. Himmerl berichtet von prägenden Kindheitserfahrungen: Sein Vater habe ihn einst mit einer Bleiweste um den Sportplatz gejagt und ihm gleichzeitig verboten, Dialekt zu sprechen – ein Trauma, das offenbar Spuren hinterlassen hat.
Zum Ende hin steigert sich die Handlung zunehmend ins Absurde: Die von Himmerl beratenen Menschen werden immer unzufriedener mit seinen grotesken Empfehlungen. Schließlich eskaliert die Situation, als sich eine wütende Menge vor seinem Haus versammelt und dieses schließlich stürmt. Zimmerschieds Programm strotze von Bühnen- und Schauspielerfahrung. Er schlüpfte mühelos in die verschiedenen Bühnenpersönlichkeiten, für die er jeweils eine eigene Stimmlage, Art zu sprechen, Mimik und Gestik entwickelt hat. Wie von Zimmerschied gewohnt war die Darbietung keine leichte Kost und verlangte dem Publikum ein hohes Maß an Aufmerksamkeit ab, was zu einer absolut stillen KulturAula führte, die nur von gelegentlichem Szeneapplaus unterbrochen wurde.
Jetzt noch Tickets sichernTickets für die Veranstaltungen gibt es online unter okticket.de "Winterbühne" sowie an allen regulären okticket-Vorverkaufsstellen, im Kultur- und Tourismusbüro im Haus der Begegnung und an der Abendkasse.
Nähere Informationen und das gesamte Programm der Winterbühne gibt es unter pfaffenhofen.de/winterbuehne.
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