Bild von Hopenfeld Pfaffenhofen

Gemeinsam mehr bewegen

Gemeinsam mehr bewegen © PCH-Vector/istockphoto.com

Ob im Sportverein, bei der Freiwilligen Feuerwehr, in der Kultur, der Jugendarbeit oder im sozialen Bereich, ohne ehrenamtliches Engagement wäre unser gesellschaftliches Leben kaum vorstellbar. Millionen Menschen in Bayern und Deutschland setzen sich freiwillig für andere ein und leisten damit einen wertvollen Beitrag für das Zusammenleben. Rund 40 % der über 14-jährigen engagieren sich in Bayern freiwillig, so geht es aus dem Deutschen Freiwilligensurvey 2024 (FWS) hervor.

Doch was bedeutet Ehrenamt eigentlich?

Ein Ehrenamt ist eine freiwillige Tätigkeit, die ohne Bezahlung oder gegen eine geringe Aufwandsentschädigung ausgeübt wird. Menschen bringen ihre Zeit, ihr Wissen und ihre Erfahrung ein, um andere zu unterstützen oder sich für eine gute Sache einzusetzen, die ihnen am Herzen liegt. Dabei steht nicht der finanzielle Gewinn im Vordergrund, sondern der Wunsch, Verantwortung zu übernehmen und das Gemeinwohl zu stärken.

Ob in sozialen Einrichtungen, als Trainer im Sportverein, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, Helfer bei kulturellen Veranstaltungen, in der Jugendarbeit, im Rettungsdienst, im Umwelt- und Naturschutz oder in kirchlichen Gemeinden – überall sorgen engagierte Menschen dafür, dass wichtige Aufgaben übernommen und vielfältige Angebote geschaffen und erhalten werden.

Die Möglichkeiten, sich ehrenamtlich einzubringen, sind vielfältig. Die Motivation ist dabei so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Viele möchten anderen helfen oder ihrer Heimat etwas zurückgeben. Andere schätzen den Austausch mit Gleichgesinnten, knüpfen neue Kontakte oder entwickeln ihre eigenen Fähigkeiten weiter. Gleichzeitig vermittelt freiwilliges Engagement das gute Gefühl, einen sinnvollen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten.

Bayern zählt zu den Bundesländern mit besonders vielen ehrenamtlich engagierten Menschen. Rund jede zweite Bürgerin und jeder zweite Bürger engagiert sich freiwillig. Insgesamt kommen so jedes Jahr Millionen von Arbeitsstunden zusammen, die einen unschätzbaren Wert für das gesellschaftliche Leben haben und viele Angebote überhaupt erst möglich machen.

Auch in Pfaffenhofen ist dieser Einsatz überall sichtbar. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger engagieren sich in Vereinen, Organisationen und Initiativen. Sie organisieren Veranstaltungen, betreuen Kinder und Jugendliche, unterstützen ältere oder hilfsbedürftige Menschen und leisten einen wichtigen Beitrag zum kulturellen und sportlichen Leben. Gerade die große Vielfalt an Vereinsangeboten, Festen und sozialen Projekten macht unsere Stadt besonders lebenswert – und wäre ohne den freiwilligen Einsatz vieler Menschen kaum denkbar.

Ehrenamt bedeutet deshalb weit mehr als unentgeltliche Arbeit. Es schafft Begegnungen, stärkt den Zusammenhalt und sorgt dafür, dass unsere Stadt lebendig und vielfältig bleibt. Jeder, der sich engagiert, trägt dazu bei, dass Gemeinschaft gelebt werden kann – und macht Pfaffenhofen jeden Tag ein Stück lebenswerter.

Der Weg zum Ehrenamt

Der Einstieg ins Ehrenamt ist oft einfacher als gedacht. Wer sich engagieren möchte, sollte sich zunächst überlegen, welche Themen ihm am Herzen liegen und wie viel Zeit er regelmäßig einbringen kann. Eine gute Orientierung bietet die Vereinsseite der Stadtverwaltung (pfaffenhofen.de/vereine-und-verbaende-a-z/). Dort finden Interessierte eine Übersicht der örtlichen Vereine und Organisationen.

Wer einen Verein gefunden hat, der zum eigenen Interesse passt, kann unkompliziert Kontakt aufnehmen. Die Kontaktdaten sind auf der oben genannten Seite der Stadtverwaltung und in der Regel im Impressum der jeweiligen Vereinswebsite zu finden. Oft genügt ein kurzer Anruf oder eine E-Mail, um ein erstes Kennenlernen oder ein unverbindliches Schnuppern zu vereinbaren.

Gesichter des Ehrenamts – für andere daMit dieser Ausgabe möchten wir einige Menschen vorstellen, die sich mit viel Zeit, Herzblut und Engagement für unsere Stadt einsetzen. Stellvertretend für die vielen Ehrenamtlichen in Pfaffenhofen erzählen sie von ihrer Motivation und davon, warum ihnen ihr Einsatz so am Herzen liegt.

Dabei soll es nicht bleiben: Auch in den kommenden Ausgaben unseres Magazins werden wir weitere Bürgerinnen und Bürger porträtieren, die sich in ganz unterschiedlichen Bereichen ehrenamtlich engagieren. Denn hinter jedem Ehrenamt steckt eine persönliche Geschichte, die es wert ist, erzählt zu werden.

Dabei sind wir auch auf Ihre Unterstützung angewiesen. Kennen Sie jemanden, der sich mit besonderem Einsatz für andere oder für das Gemeinwohl engagiert und den wir vorstellen sollten? Dann freuen wir uns über Ihren Vorschlag. So können wir gemeinsam den vielen Menschen eine Bühne geben, die das Leben in Pfaffenhofen Tag für Tag bereichern.

Sie möchten sich gerne ehrenamtlich engagieren, wissen aber noch nicht genau wo? Vielleicht bekommen Sie durch unsere „Gesichter des Ehrenamts“ eine Idee. Die jeweiligen Vereine und Organisationen werden ebenfalls kurz vorgestellt, so können Sie ganz einfach in Kontakt treten.

Interview mit Fabian König und Benedikt Dobmeier – Rufbus PfaffenhofenWas mit einer spontanen Idee unter Freunden begann, ist heute ein Ehrenamt, das Benni und Fabian nicht mehr missen möchten. Die beiden sind privat eng befreundet und auch im Rufbus der Linie Nacht ein eingespieltes Team. Bei ihren gemeinsamen Fahrten erleben sie jede Menge lustige Geschichten, lernen ständig neue Menschen kennen und haben dabei selbst genauso viel Spaß wie die Jugendlichen, die sie sicher ans Ziel bringen.

Wo und seit wann engagiert ihr euch sich ehrenamtlich?

Benni: Seit Oktober 2024 engagiere ich mich als Fahrer beim Rufbus der Linie Nacht.

Fabian: Und ich bin als Beifahrer mit dabei. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass Jugendliche zwischen 14 und 26 Jahren 19 Uhr abends bis 3 Uhr morgens sicher unterwegs sind. Wir bringen sie zu ihren Ausflugszielen und wieder nach Hause. Etwa einmal im Monat übernehmen wir gemeinsam eine Schicht.

Worin bestand für euch die Motivation, ein Ehrenamt zu beginnen?

Benni: Ich wollte der Stadt Pfaffenhofen einfach etwas zurückgeben und Verantwortung für die Gemeinschaft übernehmen.

Fabian: Bei mir war der Gedanke schon länger da. Im Freundeskreis haben wir immer wieder darüber gesprochen, dass man sich eigentlich ehrenamtlich engagieren sollte. Ich habe mich aber nie so richtig getraut. Benni ist da einfach der Macher. Irgendwann hatte er einfach schon den Personenbeförderungsschein beantragt und alles organisiert. Dann kam nur noch die Nachricht: „Bist Du dabei? Ich brauch noch einen Beifahrer.“ Da war die Entscheidung eigentlich schon gefallen.

Was bedeutet das Ehrenamt für euch?

Benni: Es macht einfach Spaß zu sehen, wie gut das Angebot angenommen wird. Die Jugendlichen sind unglaublich freundlich und vor allem sehr dankbar, dass wir das machen. Man kommt mit vielen Menschen ins Gespräch und lernt immer wieder neue Leute kennen. Und natürlich gehört auch ein bisschen Spaß dazu. „Das Beste am Rufbus ist das Spezi, das schon bereitsteht, wenn man einsteigt.“

Fabian: Für mich ist es die Kombination aus allem. Ich kann gemeinsam mit einem guten Freund etwas Sinnvolles für die Stadt machen, man kommt mit den unterschiedlichsten Menschen ins Gespräch und ich verbringe dabei selbst eine richtig gute Zeit. Genau dieses Gesamtpaket macht das Ehrenamt für mich so besonders.

Erinnert ihr euch an ein besonders schönes Erlebnis?

Fabian: Die eine klassische Situation gibt es eigentlich gar nicht. Es ist vielmehr das Gesamtpaket, das so viel Spaß macht.

Benni: Das sehe ich genauso. Die Jugendlichen erzählen einem oft die unterschiedlichsten Geschichten. Manche sind richtig witzig und manche bleiben einem im noch länger im Gedächtnis. Genau diese Begegnungen motivieren mich jedes Mal aufs Neue, weiterzumachen. Außerdem bringt das Ehrenamt auch ganz praktische Vorteile mit sich. „Man kennt seine Stadt dadurch plötzlich besser als jeder Taxifahrer.“

Fabian: Lacht und stimmt zu: „Am Anfang googelt man noch, wo welche Straße ist. Irgendwann weiß man das alles auswendig.“

Habt ihr Tipps für Menschen, die selbst ein Ehrenamt beginnen möchten?

Benni: Einfach machen. Man wird überall mit offenen Armen empfangen und für jeden gibt es ein Ehrenamt, das zu einem passt. „Ich habe zum Beispiel zwei linke Hände. Aber Autofahren ist genau mein Ding.“ Deshalb habe ich das zu meinem Ehrenamt gemacht.

Fabian: Ich kann eigentlich nur sagen: Traut euch und denkt nicht zu lange darüber nach. Einfach ins kalte Wasser springen. Oft merkt man erst, wie viel Freude ein Ehrenamt macht, wenn man es einfach ausprobiert. Das tolle Team der Stadtjugendpflege machte uns den Einstieg super leicht.

Ich engagiere mich aktiv für meine Stadt, weil …

… Pfaffenhofen eine großartige Stadt ist und ich gerne etwas zurückgeben möchte. (Benni)

… das Ehrenamt eine schöne Möglichkeit ist, die Menschen hier vor Ort zu unterstützen. (Fabian)

Dass die beiden noch lange Teil des Rufbus-Teams bleiben möchten, daran besteht für Benni kein Zweifel: „Mein Ziel ist es, das so lange zu machen, bis mein Sohn in ca. 13 Jahren das erste Mal mit dem Rufbus mitfahren kann. Dann können wir ihm so richtig schön peinlich sein.“

Interview mit Ludwig Friedl – MTV 1862 PfaffenhofenSport begleitet Ludwig Friedl schon sein ganzes Leben. Viele Jahre lief er täglich rund zehn Kilometer und nahm nahezu jedes Wochenende an Wettkämpfen teil. Insgesamt absolvierte er 37-mal selbst das Deutsche Sportabzeichen. Vor drei Jahren musste er das aktive Laufen aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Seiner Begeisterung für den Sport und seinem ehrenamtlichen Engagement hat das jedoch keinen Abbruch getan. Bis heute gibt er seine Erfahrung und seine Leidenschaft an andere weiter. Für ihn ist Bewegung weit mehr als nur Sport: „Wenn's mal Probleme gab, dann sind die beim Laufen einfach weggepustet worden.“

Wo und seit wann engagieren Sie sich ehrenamtlich?

Mein ehrenamtliches Engagement begann eigentlich schon mit neun Jahren als Ministrant. Dort war ich acht Jahre lang aktiv. Zum MTV kam ich 1972, weil ich selbst leidenschaftlich Sport gemacht habe. 1984 habe ich dann meinen Übungsleiterschein erworben und drei Jahre lang Kinder im Bereich Leichtathletik betreut. Zwei Jahre später gründete ich einen Lauftreff, weil ich meine Begeisterung fürs Laufen an andere weitergeben wollte. Über 20 Jahre lang habe ich den Lauftreff einmal pro Woche geleitet, Wettkämpfe organisiert und die Fahrten dorthin geplant. Außerdem nehme ich seit mehr als 40 Jahren das Deutsche Sportabzeichen ab.

Was hat Sie motiviert, ein Ehrenamt zu übernehmen?

Die Begeisterung für den Sport war schon immer da. Ich bin mein Leben lang gelaufen. Das war ein wichtiger Teil meines Lebens. Wenn man selbst von etwas überzeugt ist, kann man diese Begeisterung auch glaubhaft weitergeben. Genau das war mein Antrieb.

Was bedeutet das Ehrenamt für Sie?

Mir ist wichtig, den Menschen etwas Sinnvolles mitzugeben. Das Schönste ist, wenn sie Freude an Bewegung und Sport entwickeln und dadurch ein besseres Lebensgefühl bekommen. Gleichzeitig macht es mich selbst glücklich, wenn ich sehe, dass ich anderen eine Freude bereiten kann. Besonders schön finde ich, dass beim Sportabzeichen Menschen aller Altersgruppen zusammenkommen. Da begegnet man Kindern genauso wie Seniorinnen und Senioren und lernt immer wieder neue Menschen kennen.

Erinnern Sie sich an ein besonders schönes Erlebnis?

Es gibt nicht den einen besonderen Moment, sondern viele schöne Erlebnisse. Am meisten freut es mich, wenn Menschen durch meine Begeisterung selbst die Leidenschaft fürs Laufen entdecken und über viele Jahre dabeibleiben. Bis heute begegnen mir Menschen, die sagen: „Durch dich bin ich überhaupt erst zum Laufen gekommen. Ich hätte nie weitergemacht, wenn du nicht so geduldig mit mir gewesen wärst.“ Solches Feedback bedeutet mir sehr viel.

Welchen Rat würden Sie Menschen geben, die selbst ein Ehrenamt beginnen möchten?

Man sollte sich etwas suchen, das einen wirklich begeistert und mit dem man sich identifizieren kann. Ehrenamt funktioniert am besten, wenn man selbst Freude daran hat. Dann profitieren am Ende beide Seiten davon.

Bitte vervollständigen Sie diesen Satz: Ich engagiere mich aktiv für meine Stadt, weil …

… ich in meinem Leben viel Glück gehabt habe und gerne etwas zurückgeben möchte. Gleichzeitig ziehe ich selbst viel Kraft und Freude aus meiner ehrenamtlichen Arbeit.

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