Gemeinsames Fastenbrechen von Muslimen und Christen
10. März 2026
Muslime laden Christen ein – das ist seit über 20 Jahren in Pfaffenhofen gelebte Tradition. Bereits seit Anfang der 2000er-Jahre empfängt die türkisch-islamische Gemeinde Ditib jedes Jahr im Fastenmonat Ramadan Vertreter aus Politik und Gesellschaft, Kirchen und Schulen beim gemeinsamen Fastenbrechen – anfangs in den alten Räumen an der Kellerstraße und seit 2015 nun in der Moschee an der Hohenwarter Straße.
Am 6. März konnte der neue Ditib-Vorsitzende Seyfettin Kilic viele Gäste zum abendlichen Fastenbrechen, dem „Iftar“, begrüßen, und sie alle bedankten sich für die langjährige Gastfreundschaft. Bürgermeister Thomas Herker bezeichnete die Moschee als „offenes Haus, das auch viele nicht-türkische Besucher hat“, und die stellvertretende Landrätin Kerstin Schnapp hob den Dialog, die Gemeinschaft und das Zusammenkommen hervor.
Marita Emrich, die Vorsitzende des Internationalen Kulturvereins (IKVP), betonte, dass mit dem christlich-islamischen Dialog bereits seit über 20 Jahren „Brücken zwischen den Kulturen und Religionen“ gebaut würden. Sepp Steinbüchler, ehemaliger Pastoralreferent der katholischen Stadtpfarrei und Leiter der AG Tisch der Religionen und Kulturen im IKVP, bedankte sich bei den bisherigen Ditib-Vorsitzenden: bei Ali Tekin für seine Pionierarbeit, denn er hatte als Erster die politisch Verantwortlichen der Stadt zum Fastenbrechen eingeladen; bei Erol Demirci, der die Arbeit zwei Jahre lang fortgesetzt hatte, und bei Recep Bal, dessen „Ära“ von 2006 bis 2025 dauerte.
Recep Bals langjährige Tätigkeit würdigte auch der neue Ditib-Vorsitzende Seyfettin Kilic, und Bal selbst bedankte sich – sichtlich bewegt – bei seinen Landsleuten und den deutschen Gästen für die „hervorragende Zusammenarbeit“ in den vergangenen 19 Jahren. „Wir sind inzwischen längst Einheimische geworden“, erklärte Recep Bal und wies darauf hin, dass auch zwei aktive Ditib-Mitglieder für den Stadtrat kandidierten.
„Danke“ war vielleicht das wichtigste Wort dieses Abends. So ging ein großes Dankeschön auch an Sepp Steinbüchler für die langjährige Freundschaft und Unterstützung. Und an die türkischen Frauen, die ihre Gäste immer mit köstlichem Essen versorgen – an diesem Abend auch wieder mit Linsensuppe, gebackenen Auberginen mit Hackfleisch und Reis sowie süßen Baklava.
Dank steht aber auch bei den Gebeten der Muslime im Mittelpunkt, und zwar Dankbarkeit gegenüber Allah. Das erläuterte Harun Gülten, der ehemalige Imam der Pfaffenhofener Gemeinde, den Besuchern, die im schönen Gebetsraum ein Gebet miterleben konnten. Fünfmal täglich beten gläubige Muslime, und der Ramadan ist für sie nicht nur ein Monat des täglichen Fastens von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, sondern auch eine Zeit des Teilens, des Spendens und des abendlichen Zusammenkommens.
Diese Gemeinschaft im Ramadan bezeichnete die Islamwissenschaftlerin Susanne Odin als wirklich beneidenswert. Als Mitarbeiterin für Interreligiösen Dialog im Kirchenamt der evangelisch-lutherischen Landeskirche Bayern nimmt sie in verschiedenen Gemeinden am Fastenbrechen teil, und dabei spürt sie immer wieder „die Freude am Ramadan, an der Gastfreundschaft und der Gemeinschaft“.
Für einen besonderen „Hingucker“ sorgten an diesem Abend drei Buben, die als „junge Derwische“ auftraten: Sefa, Ömer und Berat traten in weißen Gewändern und hohen Hüten auf und tanzten und drehten sich minutenlang zur Musik von Imam Coskun Öztürk.
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