Bild von Hopenfeld Pfaffenhofen

Lebendiges Gerolsbachtal

Durch die Neugestaltung des Gerolsbachtals erhält die Natur mehr Platz, während der Mensch die Möglichkeit zur Erholung findet. © Stadtverwaltung Pfaffenhofen

Frische Luft, ein Spaziergang im Grünen, die Kinder auf dem Rad nebenher – solche kleinen Auszeiten machen unseren Alltag lebenswert. Sie helfen Stress abzubauen, tun der Gesundheit gut und fördern ein besseres Lebensgefühl. Genau das soll bald im Gerolsbachtal für alle Realität werden: Die Stadt Pfaffenhofen gestaltet die großen Wiesenflächen zwischen Adolf-Rebl-Straße und Schrobenhausener Straße neu – als naturnahen Landschaftspark für alle Generationen.

Erholung trifft Klimaschutz

Das Projekt ist Teil des bundesweiten „Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz“ und verbindet Freizeit und Biodiversität auf vorbildliche Weise. Die Natur bekommt mehr Raum, und wir alle mehr Möglichkeiten zur Erholung, ganz gleich, ob wir draußen aktiv sein möchten oder einfach nur am Bach oder auf einer Wiese entspannen wollen.

Was genau ist geplant?

In den nächsten drei Jahren entsteht im Gerolsbachtal ein Landschaftspark, der auch für das Klima nützlich ist. Nachdem die Stadt über die letzten Jahre hinweg mehrere Hektar im Gerolsbachtal erworben hat, können diese zusammenhängenden Wiesenflächen nun umgestaltet und im Sinne der Biodiversität weiterentwickelt werden. Der Stadtrat hat die Durchführung des Projektes bereits im Januar einstimmig beschlossen. Die ersten Bauarbeiten starten voraussichtlich 2026, fertig sein soll alles 2028. Insgesamt kostet das Projekt rund 2,2 Millionen Euro. Der Großteil – 80 Prozent – kommt vom Bund. Weitere 10 Prozent übernimmt die Heinz Sielmann Stiftung. Die Stadt Pfaffenhofen selbst muss nur noch 10 Prozent, also ca. 220.000 Euro, beisteuern.

Grüne Wege für Pfaffenhofen

Ein besonderes Augenmerk liegt auf gut ausgebauten Fuß- und Radwegen. Sie verbinden die Schulen und erleichtern den Schulweg, laden zum Spazieren, Radeln oder einfach zum Entdecken ein. Bestehende Trampelpfade werden ausgebaut und barrierearm gestaltet – damit auch Kinderwagen oder Rollatoren diese nutzen können. Dies gilt auch für die Nord-Süd-Verbindung vom Wohngebiet „Radlhöfe“ zur Grundschule Niederscheyern. So kann dieser Weg auch bei schlechtem Wetter genutzt werden. Außerdem entsteht eine Erholungswiese, beschattet durch heimische Bäume und Sträucher stellt sie einen passenden Ort für ein Picknick oder eine kleine Pause dar.

Natur schützen – Artenvielfalt erleben

Neben der Erholung spielt auch die Natur eine zentrale Rolle. Feuchtwiesen und Auwaldflächen – also natürliche Überschwemmungsgebiete entlang des Gerolsbachs – helfen dabei gleich mehrfach: Sie speichern Wasser bei Starkregen, kühlen die Umgebung an heißen Tagen und binden große Mengen CO2. Gleichzeitig bieten sie seltenen Arten wie Fröschen, Libellen oder bestimmten Vögeln einen geschützten Rückzugsort. Durch spezielle Wiesenpflege, gezielte Bepflanzung mit heimischen Bäumen und das Anlegen kleiner Wasserflächen entsteht eine vielfältige, lebendige Landschaft. So wird der Gerolspark nicht nur schöner, sondern auch ein wertvoller Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten.

Der Bach bekommt seine natürliche Form ein Stück weit zurück. Im Zuge der Renaturierung des Gerolsbachs wird das alte Schlauchwehr am Schyren-Gymnasium zurückgebaut. Stattdessen wird der Höhenunterschied durch eine sogenannte Sohlrampe überwunden, eine Art natürlicher Treppenlauf aus Steinen. Somit wird die ursprüngliche Fließgeschwindigkeit des Baches wiederhergestellt und das unüberwindbare Hindernis für viele Arten beseitigt.

Der neue Park soll ein Ort für alle werden – ein Gemeinschaftsprojekt. Bei Pflanzaktionen oder Führungen können die Menschen die Natur direkt erleben. Zusätzlich sind Einrichtungen geplant, die Naturerlebnis und -information ermöglichen – zum Beispiel ein Beobachtungsturm, von dem aus man über den gesamten Park sehen kann. So werden der natürliche Klimaschutz und die Artenvielfalt für alle

erlebbar.

Raum für die vierbeinigen Freunde

Seit Mai gilt im Gerolsbachtal auf den Wegen und auf einem 10 Meter breiten Streifen auf den angrenzenden Wiesen eine Anleinpflicht für größere Hunde und Kampfhunde. Damit unsere vierbeinigen Freunde trotzdem nicht zu kurz kommen, wird aktuell gemeinsam mit verschiedenen Interessengruppen nach einer passenden Lösung – Freilauffläche und Wasserzugang – gesucht. Zum Redaktionsschluss stand eine Entscheidung allerdings noch aus. Sobald es Neuigkeiten gibt, informieren wir auf pfaffenhofen.de und pafunddu.de darüber.

Ein starkes Projekt mit großer Wirkung

Das Bundesumweltministerium unterstützt mit dem „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“ vor allem Kommunen im ländlichen Raum. Diese spielen dabei eine wichtige Rolle, da sie große Potenziale haben, Treibhausgase zu binden. Ziel ist es, die Ökosysteme zu verbessern, den Klimaschutz zu stärken, die Artenvielfalt zu fördern und die Lebensqualität zu erhöhen. Insgesamt werden 122 Projekte gefördert.

Mit dem neuen Gerolspark geht Pfaffenhofen erneut einen großen Schritt, für mehr Lebensqualität, mehr Natur und eine bessere Zukunft.

Mitwissen, mitreden, mitgestalten

Bereits bei den Planungen werden die Bürgerinnen und Bürger mit eingebunden. Beim Klimaschutz- und Nachhaltigkeitstag Mitte Juli konnten sich Interessierte über das Projekt informieren und erste Ideen einbringen. Zwei weitere PAFundDU-Infoveranstaltungen sind bereits geplant: Am 19. September und am 24. Oktober kann man sich direkt vor Ort jeweils von 11 bis 16 Uhr im Gerolspark informieren, mitreden und mitgestalten.

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