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Menschlicher Umgang mit Flüchtlingen statt Ablehnung und Diskriminierung

Stimmungsvolle Atmosphäre beim Friedensgebet am Baum der Religionen im Bürgerpark © E. Steinbüchler

Eine stimmungsvolle, aber auch nachdenklich machende Stunde erlebten rund 100 Besucher am Mittwochabend beim interreligiösen Friedensgebet im Bürgerpark. Der Internationale Kulturverein Pfaffenhofen (IKVP) hatte dazu bereits zum 9. Mal eingeladen, und im Mittelpunkt stand diesmal das Thema „Propheten in Bibel und Koran – und heute?“

Für besonders schöne Stimmung sorgte dabei der Gospelchor „Voices of Joy“ unter der Leitung von Barbara Scheer, der die Vorträge und Gebete mit passenden Liedern und mehrstimmigem Gesang begleitete.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung am „Baum der Religionen“ standen die Themen Menschlichkeit und Barmherzigkeit, vor allem im Umgang mit Geflüchteten. Der ehemalige Pastoralreferent und IKVP-Gründer Sepp Steinbüchler führte durch die Veranstaltung. Das Wort „Prophet“, so erläuterte er, bedeute wörtlich übersetzt „Fürsprecher“, habe also weniger mit Vorhersagen zu tun als vielmehr damit, für einen Schwächeren das Wort zu ergreifen und ihm beizustehen.

Das verdeutlichten auch die Texte aus der Bibel und dem Koran, die von Willy Spatschek und Dr. Volker Stagge als Vertretern christlicher Gemeinden und Imam Coskun Öztürk von der türkisch-islamischen Gemeinde vorgetragen und auch erläutert wurden. Da ging es um Gastfreundschaft, den Umgang mit Fremden und um Barmherzigkeit.

Ganz konkret wurden diese Themen in einem beeindruckenden Bericht von Caritas-Mitarbeiterin Anja Wätzold aus ihrer Arbeit im „Fachdienst Flucht und Migration“. Zusammen mit ihren Kolleginnen ist sie in der Stadt Pfaffenhofen und im ganzen Landkreis sowie im Anker-Zentrum tätig und arbeitet auch eng mit Helferkreisen und Ehrenamtlichen zusammen.

Bei aller Professionalität und Kompetenz, so betonte sie, seien vor allem eine kontinuierliche, verlässliche Beratung und menschlicher Umgang wichtig. „Integration gelingt nicht allen durch Strukturen, sondern durch Beziehungen“, betonte sie, „und durch eine Gesellschaft, die bereit ist, andere Menschen aufzunehmen und ihnen ein Ankommen zu ermöglichen.“ Sehr eindrucksvoll erzählte sie von einem jungen Afghanen, der als unbegleiteter, minderjähriger Flüchtling nach Deutschland gekommen war. Durch furchtbare Erlebnisse war er stark traumatisiert, hat sich aber mit Hilfe der Caritas inzwischen stabilisiert und auch Arbeit gefunden.

Sepp Steinbüchler ging auf die Flüchtlingshilfsorganisation Pro Asyl ein und forderte: „Wir brauchen beides“: echte Menschen vor Ort, aber auch überörtliche starke Organisationen mit Helfern und Anwälten. Er schilderte einen erschütternden Fall, bei dem ein Schiff der griechischen Küstenwache ein Schlauchboot voller Flüchtlinge brutal überfahren hatte. Pro Asyl setzt sich jetzt für die wenigen Überlebenden ein.

An einem Infotisch gab es verschiedene Informationen über die Arbeit von Pro Asyl und der Caritas, und es wurde auch um Spenden für Pro Asyl gebeten. Sepp Steinbüchler dankte allen Mitwirkenden und Helfern, vor allem dem Chor für die schönen Lieder, aber auch Max Hechinger jun. und Christoph Promoli für die Bereitstellung von Sitzbänken und Tontechnik sowie den Helfern des albanisch-deutschen Vereins Sali Çekaj, die den Baum der Religionen mit 113 bunten Bändern geschmückt hatten, symbolisch für die Menschen aus 113 Nationen, die in Pfaffenhofen leben. Nach dem gemeinsam gesprochenen Gebet „Frieden und Barmherzigkeit“ und einem gemeinsam gesungenen Lied fand das Friedensgebet mit einem Segensspruch seinen Abschluss.

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