Mit Tobias Ullrich und Andreas Daniel im Gespräch
29. September 2026
© Andreas Daniel und Tobias Ullrich
Beim BC Uttenhofen engagieren sich Tobi und Andreas mit viel Leidenschaft für den Jugendfußball. Beide sind nicht nur Trainer, sondern möchten den Kindern und Jugendlichen auch Werte wie Zusammenhalt, Fairness und Verantwortung mitgeben. Was dabei neben allem sportlichen Ehrgeiz nicht fehlen darf, ist der Spaß am gemeinsamen Spiel.
Wo und seit wann engagiert ihr euch ehrenamtlich?
Tobi: Ich engagiere mich seit 2020 beim BC Uttenhofen. Angefangen habe ich als Jugendtrainer und bin seitdem dabei.
Andreas: Ich bin inzwischen seit knapp zehn Jahren als Jugendtrainer beim BC Uttenhofen aktiv, seit sechs Jahren zusätzlich als Jugendleiter. Meine ersten Erfahrungen als Jugendtrainer habe ich sogar schon vor rund 30 Jahren gesammelt. Seitdem hat sich im Jugendfußball natürlich einiges verändert, aber die Freude an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist geblieben.
Worin bestand für euch die Motivation, ein Ehrenamt zu beginnen?
Tobi: Bei mir war der Auslöser mein Sohn. Er hat die Liebe zum Fußball entdeckt und wollte im Verein spielen. Damals wurde gerade ein Trainer gesucht und da habe ich gesagt: Das mache ich. Ich arbeite einfach gerne mit Kindern und Fußball war schon immer meine Leidenschaft.
Andreas: Bei mir waren es ganz klar meine beiden Söhne Lukas und Maximilian. Mir war wichtig, dass sie einen Teamsport machen und dabei Dinge wie Zusammenhalt, Fairness und Verantwortung lernen. Als leidenschaftlicher Fußballer lag Fußball natürlich nahe. Als ich damals gefragt wurde, ob ich mich als Trainer engagieren möchte, war für mich sofort klar, dass ich gerne unterstütze. Daraus sind inzwischen zehn Jahre aktives Ehrenamt geworden.
Was bedeutet das Ehrenamt für euch?
Tobi: Für mich bedeutet es Einsatz, Verantwortung und natürlich ganz viel Spaß. Gleichzeitig ist es ein schöner Ausgleich zur Arbeit. Man kommt raus, ist mit den Kindern auf dem Platz und hat einfach eine gute Zeit.
Andreas: Ein Ehrenamt ist heute leider nicht mehr selbstverständlich. Es braucht Zeit, Engagement und manchmal auch persönliche Entbehrungen. Gleichzeitig sehe ich es als wichtige Möglichkeit, der Gesellschaft etwas zurückzugeben und Verantwortung zu übernehmen. Vor allem möchte ich den Kindern und Jugendlichen ein Vorbild sein und ihnen neben dem Fußball auch etwas fürs Leben mitgeben.
Tobi: Und bei allem Ehrgeiz darf eines nie fehlen: der Spaß. „Ohne Spaß funktioniert nichts. Spaß ist das Wichtigste.“ Das gilt gerade bei Kindern. Wir haben vor jedem Spiel auch ein kleines Ritual: Wir bilden einen Kreis, legen alle die Hände in die Mitte und rufen gemeinsam „Super Utte, super Utte, hey hey hey!“. Die Kinder sind da immer voll dabei. Und je lauter, desto besser.
Erinnert ihr euch an ein besonders schönes Erlebnis?
Tobi: Bei mir ist das tatsächlich erst ein paar Wochen her. Wir hatten ein Punktspiel, bei dem es um den zweiten Platz ging. Wir waren Zweiter, der Gegner Dritter. Wir waren eigentlich die bessere Mannschaft, haben aber nur ein Tor gemacht. Dann, 15 Sekunden vor dem Abpfiff, kam der Gegner noch einmal vor unser Tor und hat tatsächlich das 1:1 geschossen. Normalerweise könnte man da natürlich erst einmal den Kopf hängen lassen. Aber meine Jungs haben das nicht gemacht. Anstoß, ein weiter Ball auf unseren Stürmer, er nimmt ihn an, schießt und macht das 2:1. Dann war direkt Abpfiff. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie die Jungs sich gefreut haben. Das war einfach super. Ich war wahnsinnig stolz auf die Bande.
Andreas: Für mich gab es einen ganz anderen Moment, der mir besonders in Erinnerung bleiben wird. Ab diesem Sommer werde ich mein Traineramt zunächst ruhen lassen, bleibe dem BC Uttenhofen als Jugendleiter aber weiterhin erhalten. Zum Abschied hat mir meine Mannschaft ein ganz besonderes Geschenk gemacht. Die Spieler haben persönliche Zeilen darüber geschrieben, was die gemeinsamen Jahre für sie bedeutet haben. Als sie diese dann vorgetragen haben, hatte ich tatsächlich Tränen in den Augen. In diesem Moment wurde mir noch einmal bewusst, wie wertvoll ehrenamtliches Engagement ist und dass sich die Zeit, die man investiert, absolut lohnt.
Habt ihr Tipps für Menschen, die selbst ein Ehrenamt beginnen möchten?
Tobi: Einfach anfangen. Keine Ausreden und sich vor dem zeitlichen Aufwand nicht abschrecken lassen. Man glaubt gar nicht, was man an einem Tag noch alles zusätzlich erledigen kann.
Andreas: Man sollte mit Freude, Herzblut und einer positiven Einstellung an die Aufgabe herangehen. Natürlich gibt es auch Herausforderungen und manchmal schwierige Situationen. Wichtig ist, dass man Kritik nicht persönlich nimmt und sich davon nicht entmutigen lässt. Wer mit Begeisterung dabei ist, bekommt oft viel mehr zurück, als er investiert.
Ich engagiere mich aktiv für meine Stadt, weil …
Tobi: … ich gerne mit Kindern arbeite, sie bei ihrer Entwicklung begleiten und unterstützen möchte und ihnen neben dem Fußball auch etwas fürs Leben mitgeben möchte.
Andreas: … eine starke Gemeinschaft davon lebt, dass Menschen Verantwortung übernehmen und sich füreinander einsetzen. Es ist schön, einen Beitrag dazu zu leisten, dass Kinder und Jugendliche ein gutes Umfeld für Sport, Entwicklung und Zusammenhalt haben.
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