Pfaffenhofen

Naturpark: Umweltorganisationen und Referent freuen sich!

Naturpark: Umweltorganisationen und Referent freuen sich!

Pfaffenhofen. Am historischen 25.11.2020, dem Tag der bundesweiten offiziellen Verkündung, dass das Projekt „Naturpark Pfaffenhofen : Lebensräume leben“ den Zuschlag im Bundeswettbewerb „Naturstadt - Kommunen schaffen Vielfalt“ erhalten hat, trafen sich Vertreter*innen der drei Umweltorganisationen BN, LBV und PAF summt und der städtische Referent für Biodiversität auf dem zukünftigen Naturparkgelände am Gerolsbach und würdigten und feierten - natürlich coronaverhaltensgemäß - das freudige Ereignis. Der Bewerbungsimpuls entstand schließlich in diesen Reihen und wurde mit Vertretern und Vertreterinnen der Stadt am Runden Tisch Biodiversität gemeinsam erfolgreich auf den Weg gebracht.

An der Umsetzung, die bis 2022 erfolgt, sind noch weitere Kooperationspartner beteiligt, wie Ökomodellregion Pfaffenhofener Land, Stadtwerke Pfaffenhofen, Gerolsbachpaten, Hochschule Rottenburg und Kindergärten und Schulen. Schwerpunktziele sind: 1) Schutz und Förderung insbesondere von Insekten und ihrer Lebensräume und 2) Förderung von Umweltbildung und Naturerfahrung.

Geplante Maßnahmen sind:

- Gezielte Förderung des Vorkommens des Randring-Perlmutterfalter (Boloria eunomia) durch Vermehrung der Raupenfutterpflanze Schlangen-Knöterich (Persicaria bistorta) durch Aussaat einer autochthonen Saatmischun).

- Gezielte Förderung speziell der Hummeln und Sandbienen durch Anlegen eines Sandariums.

- Gezielte Förderung der Holzbiene durch Anbieten von Totholz.

- Gezielte Förderung von in Pflanzenstängeln lebenden Wildbienen durch das Aufstellen von Wildbienen-Hotels.

- Gezielte Förderung für Wasserläufer, Libellen und Co im Stillgewässer. Aufwertung durch Anpflanzung von Blutweiderich (Lythrum salicaria = Futterpflanze für Raupe des Nachtpfauenauges) und Echter Baldrian (Valeriana officinalis = bei Insekten sehr beliebte Pollen- und Nektarquelle) für den Randbereich. Weiter Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus) in bis zu dreißig bis vierzig Zentimeter Wassertiefe.

- Weiter wird das Nahrungsangebot für weitere Schmetterlinge, Bienen und Co. durch die sortenreiche Anpflanzung von einheimischen nektarreichen Hecken und Bäumen verbessert. Für die Pflanzung von Wildobst- und Obstbäumen würden sich Speierling, Wildbirne, Vogelkirsche sowie insbesondere alte Obstsorten eignen. Diese könnten mit einheimischen Wildsträucher wie Hundsrose, Schlehe, Hartriegel, Hasel, Weißdorn oder Pfaffenhütchen kombiniert werden.

- Erhaltung und Sicherstellung des Biberreviers.

- Geländemodellierungen sollen weitere naturnahe Bereiche schaffen.

- Wegbeleuchtung insektenfreundlich optimieren.

- Errichtung eines Lehr- und Erlebnispfad mit Lehrtafeln.

- Einbeziehung und Gewinnung von Grünanlagen-Paten.

- Fortführung des Schulpflanzprojekt „Allee der Nachhaltigkeit“.

- Bau von Wildbienenhotels als Kindergarten- und Grundschulprojekt im Rahmen von Aktionstagen.

- Führungen.

Sandra Pschonny, Biodiversitätsberaterin, Untere Naturschutzbehörde Pfaffenhofen an der Ilm, zum Projekt:

„Durch die Änderung des Naturschutzgesetzes von 2019 soll die Artenvielfalt in Bayern erhalten werden. Dafür soll u.a. der Biotopverbund entlang von Gewässern ausgebaut werden. Der neue Naturpark am Gerolsbach kann für verschiedene Tierarten einen Trittstein innerhalb von bebauten Gebieten darstellen und eine Inspirationsquelle für weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Pflanzen- und Tierwelt bieten.“

Das Projekt „Naturpark Pfaffenhofen : Lebensräume leben“ ist gerade für die Umweltorganisationen sehr willkommen, denn es ist ein weiterer Baustein um eine der zentralsten  kommunalen Aufgaben zu erfüllen, nämlich die biologische Vielfalt vor Ort zu erhalten und das Artensterben auch bei uns - ganz im Sinne der Nachhaltigkeit-Agenda 2030 - endlich zu stoppen.

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