Bild von Hopenfeld Pfaffenhofen

Reformen im Brandschutz vor 200 Jahren

Zu Überschwemmungen kam es nach Dauerregen im Sommer 1954 im Münchener Vormarkt. © Stadtarchiv Pfaffenhofen

Großbrände im 14. und zu Beginn des 16. Jahrhunderts führten zur nahezu voll-ständigen Zerstörung Pfaffenhofens. Gewitter und Starkregen machten die durch die Stadt laufenden Bäche zur lebensbedrohlichen Gefahr für die Bevölkerung. Doch erst im 19. Jahrhundert war es möglich, diesen Bedrohungen entgegenzuwirken.

Pfaffenhofens Weg zum Brandschutz

Vor mehr als 200 Jahren erlassene Bauvorschriften, wonach keine Wohnhäuser mehr aus Holz oder mit Stroheindeckung errichtet werden durften, waren wichtige Schritte zur Eindämmung der Feuergefahr. In der Stadt Pfaffenhofen gab es Anfang des 19. Jahrhunderts noch einige Ökonomiegebäude wie die Getreidelager der Brau-ereien und Kaufleute, die aus Holz errichtet waren und eine enorme Gefahr bedeuteten. So richtete der Brand am Hauptplatz vom 30. Juni 1813 massive Schäden an und zerstörte mehrere Wohn- und zahlreiche Ökonomiegebäude, nachdem ein Blitz in einen Heustadel eingeschlagen hatte. Nachfolgende Bauvorschriften wie das Set-zen von Blitzableitern und eine 1821 eingeführte kommunale Bauplanung führten zu einer deutlichen Besserung der

Situation.

Überschwemmungen bleiben eine Gefahr

Wasser war für die Bevölkerung bis in das 20. Jahrhundert hinein lebensbedrohlich, weil die meisten Menschen nicht schwimmen konnten. Selbst das Durchqueren von Furten, wie es sie einst bei der Arlmühle oder an der Münchener Straße gab, bedeutete eine große Gefahr. Verbesserungen an Brücken, die noch bis in das 20. Jahrhundert hinein zum Teil aus Holz gebaut waren, brachten mehr Sicherheit.

Turnen zur Qualifikation der Feuerwehr

Die Erkenntnis, dass sportliche Ertüchtigung für Körper und Geist wertvoll sei, führte ab Mitte des 19. Jahrhunderts zur Bildung von Sportvereinen und im Jahr 1862 zur Gründung des MTV Pfaffenhofen. Zum Verein gehörte auch eine „Turnerwehr“, deren Mitglieder im Klettern äußerst geübt waren, eine unerlässliche Fähigkeit, um bei Bränden an Fassaden auf Dächer zu steigen und Menschenleben zu retten. Aus der Turnerwehr ging 1865 die Freiwillige Feuerwehr hervor.

Großbrände in Förnbach und beim Kramerbräu

Weiterhin blieb die Feuergefahr groß, insbesondere in kleineren Orten, wo noch bis in das 20.

Jahrhundert hinein strohgedeckte Gebäude standen. Funkenflug einer Dampflokomotive, damals eine der Ursachen für Brandunglücke, sorgte im Jahr 1869 in Förnbach für ein verheerendes Feuer. Nur wenige Meter von der Bahnstre-cke entfernt stehende Gebäude gerieten in Brand, binnen kurzer Zeit wurden acht Wohnhäuser ein Opfer der Flammen. Der Feuerwehr Pfaffenhofen gelang es mit Hilfe von Ortsbewohnern, das Feuer einzudämmen und noch größeren Schaden zu verhindern. Viele Orte der Umgebung besaßen damals noch keine Feuerwehr geschweige denn einen Löschteich mit Wasservorrat. Wegen der eng angrenzenden Bebauung stellte der Großbrand beim Kramerbräu im März 1878 besondere Herausforderungen an die hiesige Feuerwehr. Mit Unterstützung nunmehr existierender Wehren benachbarter Orte gelang es, den Brandherd unter schwierigsten Bedingungen auf das betroffene Anwesen zu beschränken und weitere Gebäude zu schützen. Die Eigentümer und Anlieger dankten in Anzeigen für den mutigen Einsatz der Floriansjünger unter ihren verantwortlichen Einsatzleitern Carl Aicher und Xaver Kunesch.

Andeas Sauer, Stadtarchivar

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