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Unterhaltung zum Jahresausklang in früheren Zeiten

Aufführung der Operette „Wenn der Schlehdorn blüht“ durch Mitglieder der Liedertafel (1948) © Stadtarchiv Pfaffenhofen

Kinofilme, Theaterspiel, Vereinsfeste und

ein neuer Festsaal Der heutige, prall gefüllte Veranstaltungskalender der Stadt in der Vorweihnachtszeit hat sich erst in den letzten Jahrzehnten so vielfältig entwickelt. In früheren Jahren war das Programm noch weniger ausgeprägt, aber für Abwechslung und Unterhaltung war durch das Engagement von Vereinen bestens gesorgt.

Besondere Filme im Pfaffenhofener Kino zum Jahresausklang

Im Kino an der Ingolstädter Straße war schon ab seiner Einrichtung im Jahr 1912 stets ein vielfältiges Programm geboten. Speziell im Dezember liefen in den 1920er Jahren Monumentalfilme und die neuesten Streifen, die sich die Menschen nicht entgehen lassen wollten. Filme wie „Die Königin von Saba“, „Oliver Twist“ mit dem US-amerikanischen Kinderstar Jackie Coogan oder „Der Hauptmann von Köpenick“ wurden begleitet mit Livemusik vom Klavier oder von einem Orchester.

Weihnachtliche Stücke durch Theatergesellschaften

Das nach 1918 wieder erwachende Vereinswesen sorgte durch eigene Theatergruppen für eine Vielfalt an heiteren und besinnlichen Stücken, insbesondere in der Vorweihnachtszeit. Beliebt waren Aufführungen zum Leben der Heiligen Elisabeth, belehrende, aber auch unterhaltsame Stücke, die der katholische Gesellenverein und der katholische Jugendverein sowie die Theatergesellschaft „Gemütlichkeit“ auf den Bühnen der zahlreichen Gastwirtschaften aufführten, um die Bevölkerung auf die Weihnachtszeit einzustimmen.

Bekannt waren die großen Weihnachtsfeiern des MTV Pfaffenhofen. 1925 zeigten die Turner „halsbrecherische Leistungen am Sprungtisch“, wie die Presse berichtete, als Besonderheit führten Mitglieder das Wintermärchen „Der Eiskönig“ auf. Eine Weihnachtsüberraschung war im Dezember 1927 die Eröffnung des neuen Festsaals beim Bortenschlager mit großer Bühne und Galerie.

Reichhaltiges Kulturprogramm zur Weihnachtszeit 1951

Das blühende Kulturleben der Nachkriegsjahre in Pfaffenhofen hielt im Jahr 1951 mehrere weihnachtliche Programme bereit. Im Bortenschlager-Saal führten Pfaffenhofener Schüler verschiedener Jahrgänge ein Weihnachtsstück für Kinder auf, während beim vom Pfaffenhofener Frauenverein organisierten Wohltätigkeitskonzert im Festsaal des Rathauses anspruchsvolle klassische Musik geboten war. Das Geisenfelder Streichquartett mit Frau Prof. Appel brachte Kompositionen von Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven zur Aufführung, die Pianistin Erna Beck spielte anspruchsvolle Werke von Franz Liszt und die Gemahlin des US-Resident Officer von Pfaffenhofen, Heather Schaufele, trug akzentfrei Lieder von Peter Cornelius und Hugo Wolf vor.

Von der Nikolausdult zum ersten Weihnachtsmarkt

Die althergebrachte Nikolausdult sorgte regelmäßig für viel Betrieb auf dem Hauptplatz. An den zahlreichen Ständen am Unteren Hauptplatz gab es schon in den Nachkriegsjahren ein breites Warenangebot, wobei sogar Händler aus Stuttgart und Würzburg anwesend waren. Erst im Jahr 1975 kam es auf Initiative des Pfaffenhofener Gewerbevereins unter Johann Drittenpreis und Ludwig Krammer zum ersten Weihnachtsmarkt. Ein Nikolausbesuch mit Kutsche war für die Kinder damals eine besondere Attraktion. Eine 1973 erstmals installierte festliche Beleuchtung sorgte in den Abendstunden zusätzlich für eine besondere Atmosphäre.

Andeas Sauer, Stadtarchivar

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