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Vom Museumsabenteuer bis zur Insel voller Geheimnisse

Vom Museumsabenteuer bis zur Insel voller Geheimnisse © Picus Verlag

Alle gehen ins Museum:

Englebert, Jean-Luc

Eine lustige Suchaktion quer durch die Museen der Stadt.

Heute ist großer Oma-Opa-Enkel-Ausflugtag der Grundschule. Es geht ins Woll- und Strickmuseum. Die Schulklasse ist mit den Großeltern vor dem Eingang verabredet. Aber irgendwie scheinen sich die Senioren und Seniorinnen zu verspäten. Oder sind sie vielleicht schon drin im Woll- und Strickmuseum? Die Klasse beschließt nachzuschauen. Voller Begeisterung erkunden die Kinder die spannende Ausstellung, aber ihre Omas und Opas sind weit und breit nicht zu finden. Hatte man sich vielleicht doch im Automuseum verabredet? Zur gleichen Zeit in einem anderen Teil der Stadt: Die Großeltern stehen vorm Spielzeugmuseum. Wo bleiben nur die Kinder? Sind sie vielleicht schon drin im Spielzeugmuseum? Die Omas und Opas beschließen nachzuschauen. Das ist ja eine tolle Ausstellung! Alle schwelgen in Kindheitserinnerungen und suchen die ersten Souvenirs aus. Aber die Kinder sind weit und breit nicht zu finden. Hatte man sich vielleicht doch im Heißluftballonmuseum verabredet? Eine lustige gegenseitige Suche, bei der sich die beiden Gruppen immer wieder ganz knapp verpassen, nimmt an Fahrt auf. Am Ende des Tages werden statt einem Museum acht verschiedene Ausstellungen besucht, bis die beiden Gruppen schließlich im Eismuseum ihr Wiedersehen feiern.

Wimmelig-witziger Bilderbuch-Spaß von der ersten bis zur letzten Seite mit vielen Nebengeschichten, die man in den detailreichen Illustrationen entdecken kann.

Die Insel meiner Schwester:

Elfgren, Sara B.

Menschliche Abgründe auf einer einsamen Schäreninsel.

Beklemmend, bedrückend und beängstigend wirkt das Szenario, in das uns die schwedische Autorin Sara B. Elfgren in dieser Geschichte eintauchen lässt. Und dennoch will man den Roman, der sich beim Lesen zunehmend wie ein Thriller anfühlt, nicht mehr zur Seite legen, so spannend erzählt die Autorin und so sehr wünscht man den Hauptprotagonistinnen Mirjam und Nia ein Entkommen aus ihrer ausweglosen Situation. Die beiden Frauen sind Halbschwestern und waren in ihrer Jugend unzertrennlich. Die letzten Jahre hatten sie wenig Kontakt zueinander, was vor allem an Nias toxischer Beziehung zu ihrem Mann Konrad liegt, der sie psychisch und körperlich misshandelt. Nia wird so stark von Konrad manipuliert, dass sie jedes Hilfsangebot von außen bisher ausgeschlagen hat und auch nach kurzer Trennung wieder zu ihm zurückgekehrt ist. Nach langer Funkstille wird Mirjam zu Nias vierzigstem Geburtstag auf die einsame Schäreninsel eingeladen, wo Nia gemeinsam mit Konrad und dessen Hund lebt. Die sehr persönliche Einladung klingt für Mirjam wie ein Hilferuf. Obwohl sie sich selbst gerade in einer privaten Ausnahmesituation befindet, reist sie zu Nias Geburtstagsfeier an. Eigentlich sollten nur Frauen zu der Party kommen, doch Konrad scheint auch im Haus zu sein. Während sich die Situation drinnen immer mehr zuspitzt, zieht draußen ein heftiger Sturm auf und die Insel entwickelt sich zu einer Art Gefängnis für die Frauen.

Ein gelungener und gleichzeitig erschreckender Roman über destruktive Beziehungen und häusliche Gewalt, der das ganze Ausmaß der Auswirkungen auf die Opfer und ihre oft hilflosen Angehörigen beleuchtet. Mit Notrufkontakten für Betroffene im Anhang.

Elisabeth Brendel, Stadtbücherei

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