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Vom Sprungturm zum Weltrekord?

Vom Sprungturm zum Weltrekord? © Karl J. Bensberger

Wer an einem Sommerabend im Ilmbad in Pfaffenhofen vorbeikommt, hört manchmal schon von Weitem das begeisterte Klatschen der Zuschauer – und kurz darauf den gewaltigen „Platsch“, der für eine ganz besondere Sportart typisch ist. Hinter diesem Spektakel steckt der Splashdiving PAF TV e. V., der erste Turmspringerverein Pfaffenhofens.

Die Geschichte des Vereins begann ganz unkompliziert: Im Jahr 2016 traf sich eine Gruppe junger Männer regelmäßig im Ilmbad, um gemeinsam ihrem Hobby nachzugehen – dem Turmspringen. Mit jedem Sommer wurden ihre Sprünge spektakulärer. Drehungen, Salti und kreative Sprungvarianten sorgten nicht nur bei den Beteiligten selbst für Begeisterung, sondern auch bei immer mehr Badegästen, die stehen blieben und zuschauten. Aus dieser Begeisterung entstand die Idee, das Können einem größeren Publikum zu präsentieren. Beim traditionellen Nachtschwimmen kamen die Springer mit der

Wasserwacht Pfaffenhofen in Kontakt. Gemeinsam wurde eine Kooperation vereinbart, die den Grundstein für regelmäßige Shows legte. 2018 fand die erste öffentliche Vorführung statt. In den folgenden Jahren wurden die Auftritte immer größer, professioneller und spektakulärer.

Bis 2022 begeisterte die Gruppe die Besucher des Nachtschwimmens mit ihren Shows, heute hat sie ihr eigenes Format – den Summer Splashdown, ein weit über die Region hinaus gekannter Wettbewerb, bei dem Badegäste und Profis getrennt voneinander in den Kategorien „Best Trick“ und „Best Splash“ antreten.

Vom Freundeskreis zum Verein

Die steigende Nachfrage und unterschiedliche Vorstellungen über die zukünftige Entwicklung der Gruppe führten schließlich dazu, dass die Springer einen eigenen Weg einschlugen. Im Jahr 2022 gründeten sie den Splashdiving PAF TV e. V.

Heute zählt der Verein bereits mehr als 30 Mitglieder. Die Altersspanne reicht von Kindern und Jugendlichen ab zehn Jahren bis hin zu Erwachsenen über 40 Jahren. Vereinsvorsitzender ist Christoph Müller, unterstützt von seiner Stellvertreterin Diana Krois.

„Jeder soll am Ende seinen Spaß bei der Sache haben“, lautet das Motto des Vereins. Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist vor allem eine gewisse sportliche Grundfitness sowie die Bereitschaft, sich verantwortungsvoll mit dem Sport auseinanderzusetzen.

Trainiert wird jeden Montag von 19.45 bis 21 Uhr im Ilmbad. Interessierte können jederzeit zu einem Probetraining vorbeikommen. In den Wintermonaten weicht der Verein für Trainingseinheiten regelmäßig ins Olympiabad nach München aus. Auch gemeinsame Vereinsfahrten gehören zum Programm.

Ob Klippenspringen am Wolfgangsee oder Trainingsausflüge in die Area 47 in Österreich – die Gemeinschaft steht dabei ebenso im Mittelpunkt wie der Sport.

Was ist eigentlich Splashdiving?

Splashdiving verbindet Elemente des klassischen Turmspringens mit einer gehörigen Portion Show. Anders als beim Kunstspringen geht es nicht darum, möglichst elegant und nahezu spritzwasserfrei ins Wasser einzutauchen. Das Ziel ist genau das Gegenteil: Wer die größte Wasserfontäne erzeugt, hat die besten Chancen auf den Sieg. Bewertet werden unter anderem Kreativität, Schwierigkeit des Sprungs, die Ausführung in der Luft sowie die Höhe und Weite des „Splashs“ beim Eintauchen. Die Springer nutzen dafür unterschiedliche Techniken – von der klassischen „Kerze“ bis hin zu komplexen Drehungen und spektakulären Kombinationen.

Die Sportart hat sich längst international etabliert. Bereits seit 2004 werden offizielle Weltmeisterschaften ausgetragen. Gesprungen wird meist von drei, fünf oder zehn Metern Höhe. Um bei missglückten Landungen Verletzungen zu vermeiden, kommen teilweise auch Neoprenanzüge zum Einsatz.

Nächstes Ziel: ein Weltrekord

Der Verein denkt bereits an die nächste Herausforderung. Ende Juli, vom 24. auf den 25. Juli von 12 bis 12 Uhr möchte die Gruppe einen offiziellen Weltrekord aufstellen. Geplant ist ein 24-Stunden-Marathon im Ilmbad: 15 Springer wollen innerhalb eines Tages möglichst viele Sprünge vom Fünf-Meter-Turm absolvieren. Jeder einzelne Sprung muss dabei mit einem Splashdown enden. Unterstützt wird das Vorhaben unter anderem von der Bäder GmbH, dem Technischen Hilfswerk und dem Bayerischen Roten Kreuz in Pfaffenhofen.

Überwacht wird der Rekordversuch vom Rekord-Institut für Deutschland (RID). Gelingt das Vorhaben, winkt den Pfaffenhofenern ein offizieller Eintrag in die Rekordlisten. Damit zeigt der junge Verein, was aus einer Gruppe begeisterter Turmspringer entstehen kann: eine starke Gemeinschaft, ein außergewöhnlicher Sport – und vielleicht schon bald ein Weltrekord aus Pfaffenhofen.

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