Bild von Hopenfeld Pfaffenhofen

Hl. Geist- u. Gritsch’sche Fundationsstiftung

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Die Hl. Geist- u. Gritsch’sche Fundationsstiftung hat die Unterstützung hilfsbedürftiger Bürgerinnen und Bürger in Pfaffenhofen zum Zweck. Verwirklicht wird dies insbesondere durch die Bereitstellung von Wohnraum für ältere Menschen sowie mit der Schaffung und Förderung von Angeboten und Treffpunkten für hilfsbedürftige Personen. Weiterer Zweck ist die Erhaltung der Spitalkirche zum Zweck der Denkmalpflege.


Seniorenwohnanlage St. Franziskus

Die Hl. Geist- und Gritsch’sche Fundationsstiftung errichtet derzeit die neue Seniorenwohnanlage St. Franziskus in der Türltorstraße, die bis zum späten Frühjahr 2027 fertiggestellt werden soll.

Im Herzen der Stadt entstehen derzeit 37 staatlich geförderte, seniorengerechte Wohnungen. Ergänzt wird die neue Wohnanlage durch einen Mehrzwecksaal, Büroräume, eine Tiefgarage sowie Gewerbeflächen. Zudem ist ein barrierefrei zugänglicher Garten geplant. Mit dem Baufortschritt beginnt nun das Bewerbungsverfahren für die staatlich geförderten Wohnungen.

Bewerbungsphase startet

Interessierte können bis 31. Mai 2026 ihre Bewerbung mit Hilfe des Bewerbungsformulars abgeben.

Der Bau der Wohnanlage wird staatlich gefördert und unterliegt daher den geltenden Wohnraumförderungsbestimmungen. Der Stadtrat hat folgende Voraussetzungen für eine Wohnungsbewerbung festgelegt:

  • Besitz eines Wohnberechtigungsscheines
  • Enger Bezug zur Stadt Pfaffenhofen a. d. Ilm (z. B. mind. die letzten 5 Jahre Hauptwohnsitz in Pfaffenhofen a. d. Ilm)
  • Mindestalter 55 Jahre

Neben diesen Mindestkriterien fließen auch soziale Gesichtspunkte in die Auswahl ein. Berücksichtigt werden unter anderem ein anerkannter Pflegegrad, eine Gehbehinderung (Merkzeichen G oder AG), die Dauer der Ortszugehörigkeit sowie das Lebensalter.

Der Wohnberechtigungsschein kann beim Landratsamt Pfaffenhofen a. d. Ilm per E-Mail an wohnberechtigung@landratsamt-paf.de oder telefonisch unter 08441/27-179 beantragt werden.

Visualisierung der Seniorenwohnanlage St. Franziskus
© Architekturbüro Archizell
So wird der Neubau der Seniorenwohnanlage St. Franziskus aussehen.

Kosten und Förderungen

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 16,3 Millionen Euro. Finanziert wird der Neubau durch Eigenmittel der Stiftung, Förderdarlehen und Zuschüsse bewilligt von der Regierung von Oberbayern sowie durch ein Baudarlehen vom freien Markt. Die Maßnahme wird im Rahmen der Einkommensorientierten Förderung (EOF) vom Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr unterstützt.

Mehrzweckraum mit Mittagstisch

Im Erdgeschoss der neuen Wohnanlage St. Franziskus entsteht ein Mehrzweckbereich mit Küche, Büro- und Besprechungsräumen. Ziel ist es, dort unter anderem einen Mittagstisch für bedürftige Seniorinnen und Senioren anzubieten. Darüber hinaus soll der Mehrzwecksaal für verschiedene Angebote, Veranstaltungen und Begegnungen für ältere Menschen genutzt werden. Auch Büroräume für die Ansprechpartner und Beratungsangebote sind vorgesehen.

Die Betreuung der Räumlichkeiten im Erdgeschoss übernimmt die Arbeiterwohlfahrt (AWO). Die AWO-Stadtküche wird in den Neubau umziehen. Darüber hinaus sind weitere Angebote geplant, die Begegnung fördern und der Einsamkeit entgegenwirken sollen. Damit ergänzt das Engagement der AWO in idealer Weise das Anliegen der Stiftung, nämlich einen Ort der Begegnung sowie Unterstützung, Beratung und Hilfe für bedürftige Menschen zu schaffen.

Nähe zum Pflegeheim St. Franziskus der Paritätischen Altenhilfe

Ergänzend zu den Angeboten in der Wohnanlage befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft das Pflegeheim St. Franziskus. Momentan entstehen dort in einem Erweiterungsbau zusätzliche Räume für eine Tagespflege sowie für einen ambulanten Pflegedienst. Die Tagespflege nimmt ab Mitte März 2026 ihren Betrieb auf und bietet Platz für bis zu 17 Gäste.


Weitere Projekte

Restaurierung der Weihnachtskrippe in der Spitalkirche

Die Figuren der Krippe, die jedes Jahr von der Adventszeit bis Mariä Lichtmess in wechselnden biblischen Szenen aufgebaut wird, sind zum Teil mehr als 200 Jahre alt und gelten bayernweit als Besonderheit.

Der Heimat- und Kulturkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm (HKK) wurde vom Stadtrat mit der fachgerechten Restaurierung der Weihnachtskrippe betraut. Die Restaurierung der Figuren ist bereits abgeschlossen, aktuell werden noch die restaurierungsbedürftigen Kulissen instandgesetzt. Diese Arbeiten werden voraussichtlich im Herbst 2026 beendet sein.

Zwei Figuren der Krippe in der Spitalkirche
Figuren der Krippe in der Spitalkirche

Wohnraum schaffen

Außerdem werden Projekte wie die Sanierung der Wohnanlage St. Josef (Laubengänge und Fassaden), der Stiftungskirche und der Wohnhäuser in der Dr.-Bergmeister-Straße realisiert. Ebenso wurden beispielsweise alte Häuser abgerissen und durch die Wohnungsbaugesellschaft der Stadt (WBG) neue Wohnungen für bedürftige Bürgerinnen und Bürger gebaut. Die Stiftung überlässt hierzu ihre Grundstücke zu einem vergünstigten Erbbauzins. Aus den gesammelten Erträgen der letzten Jahre kann nun auch der Eigenanteil für das aktuelle Wohnprojekt Seniorenwohnanlage St. Franziskus finanziert werden. Aktuell stellt die Stiftung, Wohnungen in der Wohnanlage St. Josef und den stiftungseigenen Wohnhäusern zur Verfügung.


Geschichte

Die Geschichte der Stiftung geht bis auf das Jahr 1380 zurück. In diesem Jahr wurde die Hl. Geist-Spitalstiftung von Georg Schrenckh gegründet. In den nächsten Jahrhunderten wurden weitere Stiftungen ins Leben gerufen: die Thaller- und Hörlstiftung (1641 von Tobias Hörl), die Gritsch’sche Fundationsstiftung (1736 vom damaligen Bürgermeister Franz Gritsch und seiner Frau Clara Gritsch), die Lettner’sche Stipendienstiftung (1830 von Franz Xaver Lettner) und die Kohnle-Stiftung (1928 von Ludwig Kohnle).


1923 schlossen sich die Hl. Geist-Spitalstiftung und die Gritsch’sche Fundationsstiftung zur Hl. Geist- und Gritsch’sche Fundationsstiftung Pfaffenhofen a. d. Ilm zusammen. 1956 kamen die anderen drei Stiftungen (Thaller- und Hörl-, Lettner’sche Stipendien- und die Kohnle-Stiftung) dazu. Sinn und Zweck aller Stiftungen war die Unterstützung sozial bedürftiger Bürgerinnen und Bürger.


Stiftungszweck

Der Zweck hat sich im Laufe der Zeit immer mehr in Richtung Unterstützung der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger verlagert. So führte die Stiftung viele Jahre lang einen Altenheimbetrieb und errichtete im Jahr 2003 die Seniorenwohnanlage St. Josef. Durch die Übertragung des Betriebes des Alten- und Pflegeheims St. Franziskus an den Paritätischen im Jahr 2013, musste die Satzung geändert werden. Denn bis dahin war der Betrieb des Altenheims vornehmlicher Bestandteil der Stiftungssatzung.

Zweck der Stiftung ist heute weiterhin die Unterstützung hilfsbedürftiger Bürgerinnen und Bürger. Verwirklicht wird dieser Zweck insbesondere durch die Bereitstellung von Wohnraum für ältere Menschen sowie mit der Schaffung und Förderung von Angeboten und Treffpunkten für hilfsbedürftige Personen. Weiterer Zweck ist die Erhaltung der Spitalkirche zum Zweck der Denkmalpflege.


Stiftungsbeirat und neue Satzung

Der Stadtrat hat im Oktober 2024 einen Stiftungsbeirat für die Hl. Geist- und Gritsch’sche Fundationsstiftung bestellt. Er besteht aus Mitgliedern der vier Stadtratsfraktionen und mindestens zwei weiteren Mitgliedern aus Organisationen des sozial-caritativen Bereiches, der Kirchen und der Wirtschaft.

Willi Käser, der lange Jahre als Gesamtleiter von Regens Wagner Hohenwart tätig war, wurde zum Vorsitzenden und Emilie Bergmeister, langjährige Vorsitzende der Katholische Erwachsenenbildung Pfaffenhofen (KEB), zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Die vier weiteren Mitglieder des Beirats sind aus den Stadtratsfraktionen Thomas Röder (CSU), Florian Brunthaler (SPD), Quirin Schratt (Grüne/ÖDP) und Max Hechinger (FW).

Der Stiftungsbeirat, dessen Tätigkeit ehrenamtlich ist, hat die Aufgabe, den Stadtrat und die Verwaltung bei der Umsetzung des Stiftungszweckes zu beraten.

Durch die Übertragung des stiftischen Altenheimbetriebes im Jahre 2013 (an die Paritätische Altenhilfe), deren Trägerschaft bisheriger vornehmlicher Bestandteil der Stiftungssatzung war, musste die Stiftungssatzung an die tatsächlichen Verhältnisse der Gegenwart angepasst werden. Die nun gültige Satzung wurde vom Stadtrat am 25.05.2023 beschlossen und am 03.08.2023 von der Regierung von Oberbayern genehmigt.

Stiftungsbeirat vor der Spitalkirche
© © Stadtverwaltung Pfaffenhofen a. d. Ilm
v. l.: Max Hechinger, Thomas Röder, Florian Brunthaler, Willi Käser, Emilie Bergmeister und Quirin Schratt

Objekte, die dem Eigentum der Stiftung unterliegen

Einen großen Teil des Eigentums der Stiftung bilden die Wohnhäuser mit ca. 30 Wohnungen, die entsprechend dem Stiftungszweck sozial vergünstigt vermietet werden, sowie die Seniorenwohnanlage St. Josef mit 28 Wohneinheiten. Der Grundbesitz setzt sich aus Waldflächen (ca. 130 ha), Erbbaurechtsgrundstücken (ca. 16 ha) und sonstigem Grundbesitz (ca. 26 ha) zusammen. Auch die denkmalgeschützte Spitalkirche wird von der Hl. Geist- und Gritsch’schen Fundationsstiftung unterhalten und verwaltet.

Des Weiteren besitzt die Stiftung eine Beteiligung am Altenheim St. Franziskus Pfaffenhofen. Der aktuelle Beteiligungsbericht finden Sie hier und im Downloadbereich der Webseite.

Spitalkirche heute
Spitalkirche heute