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Nahmobilität in Pfaffenhofen

Mia san 30

Wir sind gerne mobil – mit dem Auto, Bus, Fahrrad oder zu Fuß. Dabei soll es bequem und sicher sein. Die Stadt nimmt sich diesem Thema an und hat mit den Bürgerinnen und Bürgern ein Nahmobilitätskonzept erarbeitet, welches der Stadtrat in seiner Januar-Sitzung mehrheitlich beschlossen hat. Das Konzept sieht vor, die Stadt fußgänger- und fahrradfreundlicher zu machen, ohne den motorisierten Verkehr unverhältnismäßig einzuschränken. Im April startet nun die Umsetzung der ersten Maßnahmen.

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Ziele des Nahmobilitätskonzepts

Das Nahmobilitätskonzept zielt darauf ab, die Fortbewegung und den nicht motorisierten Verkehr in der Stadt zu fördern und ein zukunftsweisendes Miteinander verschiedenster Verkehrsteilnehmer zu befördern und zu verbessern. Ausgewählte Maßnahmen sollen zu einer fußgängerfreundlicheren Infrastruktur, einer Stärkung des Radverkehrs und einer nachhaltigeren Gestaltung der Mobilität beitragen.

Infostand auf dem Wochenmarkt

Zum Start der Umsetzung können sich alle Interessierten am 5. und 12. April am PAFundDU-Infostand auf dem Wochenmarkt über das Konzept und die geplanten Maßnahmen informieren. Bürgermeister Thomas Herker und Mitarbeiter der Stadtverwaltung stehen dort für Fragen und Anregungen zur Verfügung.

Straße mit Überspannung, blauer Banner mit Text: Mia san 30
Fotomontage | ideehochzwei

Attraktive und sichere Infrastruktur für Fußgänger und Radfahrer benötigt Platz. Das Konzept sieht vor, dass Auto- und Radfahrer die Straße gemeinsam nutzen, denn in Pfaffenhofen ist nicht genügend Platz vorhanden, um neue Radwege und Schutzstreifen anzulegen. Deshalb war das Tempo der einzige Weg, allen Verkehrsteilnehmenden gerecht zu werden.

Tempo 30 auf allen Hauptstraßen und in der Innenstadt

Smiley als Verkehrsschild mit 30 und lächelndem Mund

Die Fahrgeschwindigkeit wird im Stadtgebiet auf max. 30 km/h gesenkt – außer auf Bundes-, Staats- und Kreisstraßen. Das steigert die Verkehrssicherheit und trägt zu einem besseren Miteinander im Straßenverkehr bei. Deshalb soll Tempo 30 auf ...

  • der Scheyerer Straße,
  • der Hohenwarter Straße,
  • der Weiherer Straße,
  • der Ingolstädter Straße sowie
  • auf dem Altstadtring

ausgeweitet werden. Damit wird auf fast allen Hauptstraßen und in der Innenstadt ein einheitliches Tempo 30 erreicht.

Reduzierte Geschwindigkeit hat Vorteile für alle:

  • Autofahrer: Die gemeinsame Nutzung der Fahrbahn von Auto- und Radfahrern verhindert, dass zur Schaffung eines Radwegenetzes größere Straßenbereiche für Autos gesperrt werden müssen.
  • Radler: Radfahrer können als gleichberechtigte Partner auf direktem Weg ihr Ziel erreichen. Gewagte Überholmanöver entfallen, da ein Überholen ohne Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit in der Regel nicht mehr möglich ist. So steigt die Sicherheit.
  • Fußgänger: Für Fußgänger verbessert das Konzept die Situation, da Gehwege künftig weitestgehend ihnen vorbehalten sind. Zudem wird das Überqueren von Straßen einfacher.
Stadtplan mit eingezeichneten Strecken Tempo 30 und Fahrradstraßen
Kartographie: Reinhard Beck

Sichere Schulwege auch durch Fahrradstraßen

Das Nahmobilitätskonzept zielt besonders darauf ab, die Mobilität von Kindern und Jugendlichen, die auf das Fahrrad für ihre individuelle Mobilität angewiesen sind, sicherer zu gestalten. Deshalb werden insbesondere an zentralen Schulwegen Verbesserungen vorgenommen. So werden ...

  • die Niederscheyerer Straße sowie
  • der Kapellenweg,
  • Münchener Vormarkt und
  • Draht

als Fahrradstraßen ausgewiesen. Dies bedeutet, dass Autofahrer die Straßen zwar weiter nutzen können, sich aber dem Radverkehr unterordnen müssen. In diesem Zuge wird auch der zu schmale Gehweg in der Niederscheyerer Straße verbreitert.

Einfahrt in Straße mit Beschilderung als Fahrradstraße und Kennzeichung auf der Fahrbahn.
Fotomontage | ideehochzwei

Welche Regeln gelten in einer Fahrradstraße?

  • Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h
  • Autofahrer müssen Geschwindigkeit an Radler anpassen
  • Der Radverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden.
  • Radfahrende dürfen nebeneinander auf der Fahrbahn fahren.
  • Radler zu überholen ist erlaubt, dabei muss aber der Mindestabstand von 1,5 Meter eingehalten werden.
  • An Kreuzungen und Einmündungen gilt die Vorfahrtsregel rechts vor links, wenn es nicht ausdrücklich anders geregelt ist.

Quelle: AGFK Bayern – Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen

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Wie geht es weiter?

Nach und nach sollen weitere Bereiche fußgänger- und fahrradfreundlicher überplant werden. Dazu zählen Verbesserungen an Kreuzungen wie z. B. im Bereich der Weiherer Straße, der Moosburger Straße zur B13 oder zwischen Münchener Vormarkt/Am Schwarzbach und der Georg-Hipp-Straße. Weitere Maßnahmen beinhalten die Zu- und Abfahrt zur Umgehungstraße von der Hohenwarter Straße, die Prüfung eines durchgängigen Gehwegs an der Burgfriedenstraße, eine Verkehrsberuhigung in der Frauenstraße hinter dem Rathaus sowie eine verbesserte Radanbindung in der Schrobenhausener Straße. Zukünftig sind außerdem abschließbare Radabstellanlagen am Bahnhof vorgesehen.

Ideen und Anregungen können im PAFundDU-Bürgermelder im Projekt „Mia san 30“ eingereicht werden.

Fahrradfahrer und Fußgänger auf einer Straße.
© iStock, Canetti

Bürgerbeteiligung wurde großgeschrieben

Dem Nahmobilitätskonzept ging ein umfangreicher Planungs- und Beteiligungsprozess voraus. Darunter waren PAFundDU-Infostände und eine PAFundDU-Bürgerwerkstatt mit breiter Bürgerbeteiligung. Sie alle haben zum Konzept beigetragen. So wurden 2021 beispielsweise Schülerinnen und Schüler der Pfaffenhofener Schulen zu ihrem Schulweg befragt und gemeinsame Begehungen durchgeführt.

Es folgten Arbeitskreise, an denen neben Mitgliedern des Stadtrats, Vertreter örtlicher Institutionen wie des ADFC oder der Polizei teilnahmen. Im September 2023 wurde der Entwurf des Konzepts in einer PAFundDU-Bürgerwerkstatt der Öffentlichkeit präsentiert. Die Anregungen aus dieser Werkstatt flossen ebenfalls in die Konzepterstellung mit ein.

Nachdem im Februar 2024 das Konzept dem Stadtrat vorgestellt wurde, konnte die Bevölkerung z. B. auf der Maidult 2024 oder über den PAFundDU-Bürgermelder Anregungen zum Nahmobilitätskonzept einreichen und sich über das Thema informieren. Weiterhin wurde die Akzeptanz der Bürger im Rahmen der Bürgerbefragung im Juni 2024 abgefragt. Dabei befürworteten rund 50 % der Umfrageteilnehmer dessen Umsetzung, knapp 39 % sprachen sich dagegen aus.

Standansicht

Was ist bisher geschehen?

Das Gewerbegebiet rund um den Martin-Binder-Ring wurde fußgängerfreundlich umgestaltet.
© Stadtverwaltung Pfaffenhofen

Umgestaltung des Martin-Binder-Rings

Der Martin-Binder-Ring wurde umgestaltet und fußgängerfreundlicher umgebaut. Neben baulichen Veränderungen sind auch verkehrsrechtliche Anpassungen vorgenommen worden, um die Unfallgefahr zu senken. Nachdem sich im Laufe der Jahre Arztpraxen, eine Apotheke und Geschäfte des täglichen Bedarfs angesiedelt hatten, ist die Anzahl von Passanten deutlich höher als in klassischen Gewerbegebieten üblich. Um die Sicherheit von Fußgängern zu erhöhen, hat sich die Stadt entschieden, Fußgängerüberwege in den stark frequentierten Bereichen zu schaffen. Zusätzlich soll ein Minikreisel im südlichen Kreuzungsbereich von Martin-Binder-Ring und Adolf-Rebl-Straße die Kreuzungssituation vereinfachen und den Verkehrsfluss verbessern.

Im Dezember 2023 hatte der Stadtrat grünes Licht für das Projekt gegeben. Ein gutes Jahr später war die gesamte Baumaßnahme bereits umgesetzt.

Umgestaltungsentwurf Martin-Binder-Ring
Umgestaltungsentwurf Martin-Binder-Ring

Vier Fahrradreparaturstationen im Stadtgebiet

Weiterhin wurden im Sommer 2023 vier Fahrradreparaturstationen aufgebaut. Die robusten Stahlblech-Säulen stehen am Gerolsbach neben dem Gymnasium, am Beachvolleyballfeld im Sport- und Freizeitpark, in der Sharing-Garage auf dem Sparkassenplatz und auf dem Bahnhofsvorplatz kostenlos zur Verfügung.

Alle Jahre wieder: Gemeinsam Stadtradeln
Seit zehn Jahren nimmt Pfaffenhofen an der Aktion Stadtradeln teil. Auch dieses Jahr ist die Stadt Pfaffenhofen wieder mit dabei. Wer Lust hat mit zu radeln, kann sich auf stadtradeln.de anmelden.